21.03.2019 22:00 |

Menschen in Salzburg:

Katharina Leitner lässt es sprudeln

Katharina Leitner arbeitet als Wassermeisterin in einer Männer-Domäne. Lesen Sie „Menschen in Salzburg“.

Die weit verzweigten Rohrleitungen, die Quellen und Wasserspeicher, die Turbine in Glanegg, auch das Wasser-Museum am Mönchsberg: Das alles hat Katharina Leitner genau im Blick. Eigentlich noch immer eine klare Männer-Domäne. Doch die zart gebaute, 28-jährige Salzburgerin interessierte sich immer schon für Technik. Spielzeug-Schraubenzieher waren ihr lieber als Puppen. Die Physik-Lehrerin bei den Ursulinen weckte das Feuer dann so richtig. Nur ihr Kindheits-Traum, Astronautin zu werden, wurde ad acta gelegt.

Nach dem BOKU-Studium wollte sie wieder in die Heimat, arbeitet jetzt als Wassermeisterin bei der Salzburg AG und rückt auch aus, wenn einmal ein größerer „Rohr-Platzer“ rasches Handeln erfordert. „Bei meinem dritten Bereitschaftsdienst war der Vorfall in der Bayernstraße“, erzählt sie, dass der Wasserschwall bei einer gebrochenen 40-Zentimeter-Leitung richtig gewaltig war. „Da hebt es die gesamte Asphaltdecke.“ Zum Glück ein seltenes Geschehen. Sie und ihre Kollegen hatten die Lage gleich im Griff. Fehler werden schnell geortet. Hightech-Geräte wie Korrelatoren helfen dabei.

Die nötige Durchsetzungskraft bringt Katharina Leitner mit: „Ich habe mich als Frau auch noch nie benachteiligt gefühlt.“ Sie und ihre Kollegen kümmern sich generell darum, dass die Wassermassen gewonnen, gespeichert und verteilt werden. Ihre Tage sind bunt: Dienste für das Serviceteam einteilen, fürs Museum am Mönchsberg spezielle Tage organisieren, ein Jour fixe beim Wasserverband Salzburger Becken.

Als erprobte Wassermeisterin dreht sie den Wasserhahn mit etwas mehr Ehrfurcht auf: „Es ist einfach anders, wenn man den ganzen Aufwand dahinter kennt.“ Die glasklare Qualität in Salzburg fasziniert auch sie immer wieder auf ein Neues. „Man kann es so trinken, wie es aus dem Boden kommt.“ Im Ausland sieht das ganz anders aus: „In Prag habe ich mich schon gefragt, ob man von der Leitung noch trinken kann.“ Eine Internet-Recherche ergab dann, dass es sich um aufbereitetes Flusswasser handelt. Nichts für einen verwöhnten Geschmacksinn aus unseren Bergen

Sabine Salzmann
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 krone.at
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