krone.at fragt nach

47 Verkehrstote: „Die Handys sind schuld!“

Österreich
13.03.2019 06:09

47 Menschen sind seit Beginn des Jahres auf Österreichs Straßen ums Leben gekommen. Alleine sechs binnen einer Woche. Die häufigsten Unfallursachen: Unachtsamkeit und Ablenkung, sowohl bei Fußgängern als auch bei Auto- und Radfahrern. krone.at hat nachgefragt, wie so etwas passieren kann.

Dienstagnachmittag in der „berüchtigten“ Begegnungszone in der Wiener Mariahilfer Straße. Hier treffen Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter-Nutzer und Autofahrer aufeinander. krone.at fragte nach, wie Unfälle zukünftig verhindert werden können. Eine Autolenkerin macht ganz klar die Fußgänger verantwortlich: „Man kann den Kinderwagen nicht einfach ohne zu schauen über die Straße schieben.“ Ähnliche Kritik an Fußgängern kommt von einem Angestellten, der vor allem das Hantieren mit Smartphones bei jüngeren Passanten anspricht: „Wenn die jüngeren wie Zombies mit ihrem Handy die Straße überqueren, muss ich oft stehen bleiben. Wenn ich weiterfahren würde, dann wäre ein Unfall nicht einmal meine Schuld.“

(Bild: krone.at)

Eine junge Studentin ist der Meinung, dass man als Fußgänger vor allem auf sich selbst achten müsse, ärgert sich jedoch über Lenker, die viel zu schnell unterwegs sind: „Oft wird es knapp, weil man das Auto zu spät um die Ecke biegen sieht.“ Ein Audi-Lenker stößt in dasselbe Horn: „Die Fahrradfahrer müssen genauso Rücksicht nehmen wie die Fußgänger.“

(Bild: krone.at)
(Bild: krone.at)

„Viele schauen aufs Handy“
Abgelenkte Autofahrer würden die Straßen unsicher machen, meint eine Studentin ohne Führerschein: „Wenn man rauchende und essende Lenker sieht, macht man sich schon Sorgen als Fußgängerin.“ Zwei Maler in einem Transporter haben gerade Mittagspause. Für die beiden sind verträumte Passanten das Problem. Denn „es schauen viele aufs Handy“ und gingen stur ihren Weg.

(Bild: krone.at)
(Bild: krone.at)

Wie gefährlich es sich als Fußgänger lebt, kann eine Jugendliche selbst bezeugen. Sie sammelt gerade für eine gemeinnützige Organisation Spenden ein und ist selbst schon an einem Schutzweg angefahren worden. „Ich war in Ohnmacht und habe von Leuten erzählt bekommen, dass ich nach dem Aufprall 15 Meter weit geflogen bin.“ Die Lenkerin: eine ältere Dame vom Land. „Der Verkehr habe sie überfordet und dadurch habe sie mich nicht gesehen.“

(Bild: krone.at)
(Bild: krone.at)

Ganz anderswo ortet ein deutscher Pedalritter die Problematik: „Das Bewusstsein der Autofahrer gegenüber den Radfahrern ist in Wien nicht wirklich gegeben.“

Markus Steurer
Markus Steurer
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