Do, 21. März 2019
12.03.2019 09:09

Empörung in Italien

Frau zu „männlich“: Freispruch für Vergewaltiger

Nein, das ist kein Scherz: In Italien hat ein Gericht zwei Männer in einem Vergewaltigungsprozess unter anderem mit der Begründung freigesprochen, das Opfer habe „männlich“ ausgesehen. Das Urteil scheint umso fragwürdiger angesichts der Tatsache, dass die Berufungsrichter allesamt Frauen waren. Frauenrechtsaktivistinnen gingen am Montag vor dem Gericht der Stadt Ancona auf die Straße (siehe Video oben).

Der umstrittene Freispruch war bereits im Jahr 2017 erfolgt. Die Begründung wurde aber erst vor Kurzem bekannt, als Italiens oberstes Gericht einen neuen Prozess anordnete.

Eine Peruanerin hatte angegeben, zwei Landsleute hätten 2015 Drogen in ihr Getränk gemischt. Einer der Männer habe sie daraufhin vergewaltigt, während der andere Wache gestanden sei. Die beiden Männer wurden 2016 schuldig gesprochen, das Berufungsgericht in Ancona hob das Urteil aber im folgenden Jahr auf.

„Nicht einmal attraktiv gefunden“
Das Berufungsgericht hielt die Aussagen der Frau nicht für glaubwürdig. Vielmehr sei es möglich, dass die Frau selbst den „ausgelassenen“ Abend organisiert habe. Die Männer hätten die Frau nicht einmal attraktiv gefunden, erklärten die Richterinnen. 
So habe einer der Männer die Frau mit dem Spitznamen „Wikinger“ in seinem Handy abgespeichert - eine Anspielung auf eine „nicht weibliche, sondern eher männliche Figur“. „Das Foto in ihrem Akt scheint das zu bestätigen.“

Die Anwältin der Peruanerin bezeichnete die Angaben des Gerichts über ihre Mandantin als eine „abscheuliche“ Lektüre. Frauenrechtlerinnen bezeichneten das Urteil als „mittelalterlich“ und machten ihrem Unmut am Montag bei einer Demonstration in Ancona Luft. Der Fall soll nun vor einem Gericht in der Stadt Perugia neu verhandelt werden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Krone“-Deal der Woche
Geheimtipp: Jetzt Luxusurlaub in Tirol erleben!
Reisen & Urlaub
Sparpaket, neue Köpfe
Die ersten Maßnahmen zum Totalumbau des ORF!
Österreich
Jovic an der Angel
Barcelona macht Ernst: 50 Mio. für Hütter-Knipser!
Fußball International
„Keine Schmerzen“
Robert Kratky: Live-Tattoo-Session im Ö3-Wecker
Video Stars & Society
„Frau in Kanada hat‘s“
Porno-Manager: „Habe Meghans Sexvideo gesehen“
Video Stars & Society
Beschwerden abgewiesen
Gerichtsurteil: Ausweisung von Imamen ist rechtens
Österreich
Nur ein Schlag zurück
Schwab nach Sensationsstart in Malaysia Dritter
Sport-Mix

Newsletter