11.03.2019 06:00 |

Brisantes Konzept

Doskozil will pflegende Angehörige anstellen

Während die Regierung an einer Pflegereform arbeitet, kocht der burgenländische Landeshauptmann sein eigenes Süppchen: Hans Peter Doskozil ließ ein Konzept ausarbeiten und will pflegende Angehörige künftig anstellen. Auf türkis-blaue Pläne, von denen er sich wenig verspricht, wartet er nicht: „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Wie soll der massiv ansteigende Bedarf an Altenpflege finanziert werden? Und wo sollen eigentlich die vielen Pfleger herkommen?

Doskozils Pflegekonzept wird am 25. März präsentiert
Diese Fragen will die Regierung bis Jahresende nach der Auswertung zweier Studien und etlicher Diskussionsrunden in einer Reform der Pflege, für die Bund und Länder gemeinsam zuständig sind, beantworten. Doch Hans Peter Doskozil, roter Landeshauptmann im Burgenland, will nicht so lange warten. Am 25. März präsentiert er sein rund 60-seitiges Pflegekonzept - der „Krone“ liegt es bereits vor.

Und das burgenländische Solo beinhaltet brisante Aspekte: So will Doskozil etwa, dass pflegende Angehörige angestellt und versichert werden. Findet sich kein Träger dafür, übernimmt das Land die Anstellung zu einem Mindestlohn von 1700 Euro. Derzeit beträfe dies rund 2000 Angehörige. Insgesamt solle die Pflege de facto nur noch gemeinnützig organisiert werden. Das Ziel ist ein Zurückdrängen der Agenturen für ausländische 24-Stunden-Betreuerinnen.

Von Türkis-Blau erwartet Doskozil keine großen Würfe: „Wir wollen nicht bis Ende des Jahres warten, bis ein Konzept vorliegt, was Bund und Länder zahlen sollen.“ Die Pflege gehöre „fit für die nächsten Jahrzehnte“ gemacht - „und da haben wir keine Zeit zu verlieren“.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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