10.03.2019 06:30 |

Ärger auch bei der FPÖ

Umstrittene Nagl-Flüsterin ist jetzt wieder da

Große Irritation in der Grazer ÖVP über das Comeback der Werberin Claudia Babel. Auch der blaue Koalitionspartner von VP-Bürgermeister Siegfried Nagl ist schwer verärgert und spricht gar von der Rückkehr unseliger Zeiten. Der Bürgermeister indes verteidigt die alte und neue Beraterin Und: Zu einem Büro und einer neuen Homepage gibt es viele Fragen.  

Sie hat sich mit ihrer mitunter durchaus ruppigen Art im Laufe der Jahre viele politische Feinde gemacht - in und außerhalb der ÖVP: Claudia Babel.

VPler greifen sich nicht nur sprichwörtlich an den Kopf
Viele Jahre war sie offiziell die Beraterin des Grazer VP-Bürgermeisters Siegfried Nagl. Dann trat sie in den Hintergrund - nun ist sie wieder da, ganz offiziell. Und zwar als Beraterin und Werberin.

In der Grazer ÖVP greifen sich einige nicht nur sprichwörtlich an den Kopf wegen ihres Comebacks. Es gibt sogar Nagl-Parteikollegen, die überzeugt sind, dass Nagl als Langzeit-Bürgermeister nur über seine Beraterin stolpern könnte.

Vor den Vorhang zu treten und Nagl die Meinung zu geigen, dazu fehlt diesen Schwarzen aber der Mumm.

Nagl: „Wer ein Problem hat, soll sich melden“
Nagl steht zu Babel: „Sie berät mich bei meiner Kampagne zum Stadtparteitag. Sie organisiert den Parteitag und macht die Plakate.Sie kann Strategien umsetzen wie kaum jemand sonst.“

Zu den Kritikern in der eigenen Partei: „Wenn jemand ein Problem hat, dann soll er sich bei mir melden. Bis jetzt war wegen Claudia Babel noch keiner bei mir.“

Der Bürgermeister erinnert auch an die mit Babel errungenen Wahlsiege. Wobei: Die Wahl 2012 hat Nagl dabei wohl verdrängt. Für ihn setzte es ein Minus von 4,6 Prozent und Nagl war kurz vor dem (freiwilligen) Rücktritt. Babel war damals maßgeblich an Bord.

„Unselige Zeiten
Keine Angst hingegen vor den Vorhang zu treten, hat Nagls Koalitionspartner Mario Eustacchio: „Ich bin davon ausgegangen, dass die unseligen Zeiten der Frau Babel in der ÖVP eigentlich vorbei sind.“

Wer Eustacchio kennt, der weiß: Bei gewissen Dingen versteht der Mann keinen Spaß. Und Claudia Babel ist definitiv ein rotes Tuch für ihn.

Für die schwarz-blaue Koalition in Graz ist freilich das mittlerweile gute Verhältnis zwischen Eustacchio und Nagl existenziell. Und dieses Verhältnis ist nun definitiv gefährdet.

Büro und Homepage werfen Fragen auf
Dass just zum offiziellen Comeback der Nagl-Beraterin die Homepage www.unsergraz.at auftaucht, wirft für viele Beobachter viele Fragen auf.

Bei der neuen Seite handelt es sich um eine Art Suchmaschine für Graz, die durchaus geeignet scheint, Subventionen bzw. bezahlte Einschaltungen durch die Stadt oder eine Stadt-Tochter wie der Holding Graz zu lukrieren.

Babel verneint, dass sie direkt etwas mit dieser Seite zu tun hat: „Ich habe nur einer Freundin geholfen.“

Zur Erinnerung: Der Grazer Stadtrechnungshof hat Aufträge anBabel vor einigen Jahren massiv kritisiert. Nagl: „Es wird keine städtischen Aufträge an Claudia Babel geben.“

Fragen wirft auch das Haus Glacisstraße 43a auf. Im Erdgeschoß hat sich ein VP-naher Verein eingemietet, im ersten Stock Frau Babel. Das Gerücht: Die VP-Graz bzw. der Verein würden auch gleich Babels Miete übernehmen. Nagl und Babel weisen das entschieden zurück.

Die Idee hinter der Anmietung des Erdgeschoßes war eine Art Bildungsakademie der VP-Graz. Nagl: „Davon sind wir abgekommen. Wir haben da etwas Besonderes vor, werden das demnächst bei einer Pressekonferenz präsentieren.“

Klar ist: Babel hat das Konzept für dieses „Besondere“ erarbeitet, wie Nagl auch bestätigt…

Gerald Richter
Gerald Richter

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