05.03.2019 17:02 |

„Gepard der Meere“

Mikro-Schuppen machen Makohaie 130 km/h schnell

Kurzflossen-Makos, auch Makohaie genannt, zählen dank ihres stromlinienförmigen Körpers zu den schnellsten Fischen überhaupt. Weil sie eine Höchstgeschwindigkeit von 110 bis 130 km/h erreichen, werden sie auch als die „Geparde der Meere“ bezeichnet. Wie es möglich ist, dass die Tiere, die knapp vier Meter lang und eine halbe Tonne schwer werden, derart schnell schwimmen können, haben jetzt Forscher untersucht und dabei herausgefunden, dass winzige Schuppen dafür verantwortlich sind.

Bereits seit mehreren Jahren untersucht ein Team um Amy Lang von der University of Alabama, wie Kurzflossen-Makos unter Wasser mit derart hohem Tempo schwimmen können. Jetzt haben die Forscher im Zuge von Unterwasserexperimenten entdeckt, dass es wohl winzige, gerade einmal 0,2 Millimeter große Schuppen sind, die die Tiere so schnell machen.

Die Schuppen, die wie winzige Zähnchen (Bild unten) aussehen, sind an den Flanken sowie an den Flossen der Makohaie besonders flexibel. Sie sorgen demnach dafür, dass es auch bei hohen Schwimmgeschwindigkeiten nicht zur Grenzschichtablösung kommt und keine Verwirbelungen entstehen, berichten die Forscher.

Die sogenannte Grenzschichtablösung ist ein strömungsmechanischer Effekt, der bewirkt, dass eine Strömung der Kontur eines umströmten Körpers nicht folgt. Sie ist - etwa bei Tragflächen von Flugzeugen - die Ursache von Strömungsabrissen (die im schlimmsten Fall zu Abstürzen führen, Anm.), erhöht den Strömungswiderstand und vermindert den Auftrieb. Ein Effekt, der bei Flugzeugen, Autos und Schiffen zumeist unerwünscht ist.

Schuppen verhindern Abreißen der Strömung
„Würden sie Ihre Hand von der Nase in Richtung Schwanzflosse über den Hai führen, würde sich dessen Haut glatt anfühlen. In der anderen Richtung würde es sich aber anfühlen wie Schleifpapier. Der Widerstand gegen die Hand ist auch ein Widerstand gegen die Strömung des Wassers“, erläutert Lang. Verantwortlich dafür zeichnen die winzigen Schuppen, die bewirken, dass der Wasserstrom nicht so leicht abreißt und quasi am Hai „kleben“ bleibt. Auf diese Art und Weise bleibe der Strömungswiderstand gering, so die Wissenschaftlerin.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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