18.02.2019 11:33 |

Verrückte Tradition

10.000 nackte Japaner raufen sich um Glücksbringer

Ein 510 Jahre altes Fest hat auch in diesem Jahr in Japan wieder Tausende in seinen Bann gezogen. Nur mit einem Lendenschurz bekleidet, rauften sich die männlichen Teilnehmer des Festes Hadaka Matsuri im Saidaiji-Tempel um hölzerne Glücksbringer. Die Zahl der Mitstreitenden wurde auf rund 10.000 geschätzt.

Die Männer durchlaufen bei frostigen Temperaturen in der Tempelanlage in Okayama im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu Reinigungszeremonien, bevor der wüste Kampf um die 20 Zentimeter langen Holzstäbe beginnt - dabei kann es ziemlich derb werden.

Teilnehmer müssen ihre Blutgruppe auf einen Zettel schreiben und in den Schurz schieben - falls man ernsthaft verletzt werden sollte. In den vergangenen Jahren hatte es sogar Tote gegeben. Die meisten tragen von der Massen-Rauferei allerdings höchstens ein paar Schrammen davon.

Mit Bier und Sake Mut antrinken
Nach einem reinigenden Bad steigt die Spannung, wenn die Männer in bedrückender Enge im Tempel zusammengepfercht sind. Viele Teilnehmer haben sich mit Bier und dem Reiswein Sake Mut angetrunken. Hände recken sich in die Höhe, die Gesichtszüge werden von Schmerz verzerrt, bevor plötzlich die Beleuchtung erlischt.

Das Ringen um die Holzstäbe, die von Priestern aus dem Gebälk des Tempels in die Menge geworfen werden, findet teils im Dunkeln statt, teils im Flackern von Kamera-Blitzen, die an ein Disco-Stroboskop erinnern.

Wer einmal einen Holzstab ergattert hat, muss fürchten, dass er ihm abgerungen wird. Es wird aber klargestellt, dass das spektakuläre Fest nicht als Gewaltorgie zu verstehen ist. Die Teilnehmer sollten an den religiösen Charakter der Tradition erinnert werden. Mittlerweile sei man auch viel strikter, was Alkohol und raue Umgangsformen angeht, wurde in den vergangenen Jahren betont.

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