13.02.2019 10:50 |

Kanzler Kurz sagt Ja

ÖVP will Papamonat nun doch unterstützen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Mittwoch grünes Licht für das Projekt Papamonat gegeben. „Wir finden Väter-Beteiligung ganz wesentlich“, sagte er nach dem Ministerrat. Das entspreche einem modernen Familienbild, und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) habe vorgezeigt, dass man auch in einer Führungsposition Beteiligung leben könne. „Das erachten wir als sinnvoll“, so Kurz.

Die drei Ministerinnen für Soziales, Familien und Wirtschaft würden ein Modell ausarbeiten, meinte der Kanzler. Ob es einen Rechtsanspruch auf den Papamonat für alle Väter geben werde, stehe noch nicht fest. Alle möglichen Modelle würden geprüft. Dabei werde man aber auch auf die Interessen der Wirtschaft Rücksicht nehmen, um nicht Hürden vor allem für kleine Betriebe aufzubauen. „Aber die Richtung ist ganz klar: Wir wollen mehr Väter-Beteiligung.“

Bogner-Strauß sucht Gespräch mit Hartinger-Klein
Zuvor hatte bereits Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) angekündigt, dass sie dieses Ansinnen der FPÖ unterstützt und demnächst mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) das Thema Papamonat besprechen möchte. 
Die Vereinbarung von Familie und Beruf sei ihr ein wichtiges Anliegen, so Bogner-Strauß. Dazu sei eine höhere Väter-Beteiligung sehr wichtig. Österreich hinke hier im Vergleich zu skandinavischen Ländern hinterher. Sie unterstütze daher die Forderung nach einem Papamonat, sagte die Familienministerin.

Sinneswandel in der ÖVP
Die ÖVP kommt ihrem Koalitionspartner damit überraschend entgegen und gibt ihren Widerstand gegen den Papamonat auf. In den „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom Mittwoch wird Bogner-Strauß noch damit zitiert, dass für sie die ersten vier Wochen nach der Geburt weniger relevant seien. „Mir ist ganz wichtig, dass wir mehr Väter in die Elternteilzeit bringen“, sagte die Ministerin. In Österreich würden Frauen 70 Prozent der unbezahlten Hausarbeit leisten. Derzeit ist Teilzeit vor allem weiblich, eine Lösung sieht sie darin, dass mehr Väter ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie reduzieren und sich Frauen stärker auf dem Arbeitsmarkt einbringen.

Die Ministerin weist dabei auch darauf hin, dass es einen Rechtsanspruch auf Väterkarenz gebe, dennoch würden nicht einmal 20 Prozent der Männer davon Gebrauch machen. Die ÖVP will nun auch die Kindergeldvarianten evaluieren.

Strache erst kürzlich aus Papamonat zurückgekehrt
Vizekanzler Strache war erst am Montag aus dem Papamonat zurückgekehrt und hatte sich sogleich dafür ausgesprochen, dass dieser allen Vätern zur Wahl stehen sollte. Er selbst habe auch im „reiferen Alter von 49 Jahren“ durchaus positive Erfahrungen gemacht. Der Papamonat sei wichtig gewesen, um eine Bindung zum gemeinsamen Sohn zu entwickeln. „Das tut gut.“ Nun sei er wieder beruflich im Einsatz, werde aber „jede freie Minute der Familie zur Verfügung stehen“, so der Vizekanzler bei seinem ersten Auftritt nach dem Papamonat.

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