Rapid und die Mailänder duellierten sich bereits 1990 auf Europas Bühne. In der ersten UEFA-Cup-Runde siegte Grün-Weiß in Wien 2:1, schied aber nach dem 1:3 auswärts aus. Ein Out mit viel Verbitterung.
Egal, was noch passiert: Das ist Rapid-Geschichte!“ Die „Krone“-Schlagzeile vom 20. September 1990. Nach einer magischen Nacht in Hütteldorf. Wo Inter Mailand vor 29 Jahren zum ersten und bislang letzten Mal zu Gast war. Und in der ersten Runde des UEFA-Cups 1:2 verlor. Eine grün-weiße Sternstunde gegen die deutschen Weltmeister Matthäus, Brehme und Klinsmann. Und Berti, Zenga, Serena, Bergomi. „Die hatten nur Weltstars“, erinnert sich Jan Age Fjörtoft, Rapids damaliger Stürmer. „Aber der Hans hat uns aufgezuckert, von diesen Spielen gelebt.“
Der Hans, das war Trainer Krankl. Der Rest bleibt ewig. Matthäus brachte die Nerazzurri nach einem Solo in Front. „Aber dann hat mich der Schöttel brutal aus dem Spiel getreten, eine Verletzung riskiert“, hat der heutige Sky-Experte die 24. Minute nicht vergessen.
Legendärer Dialog
Zur Pause bei 0:1 brachte Krankl Franz Weber, legendär ihr Kabinen-Dialog: „Bleib hinten, sicher ab!“ „Sicher nicht, dann wechsel wen anderen ein!“ „Okay, dann spiel, was du willst.“ Und das tat Weber. Er bereitete Pfeifenbergers (im Bild oben) 1:1 vor. Und seinen Kopfball lenkte Keglevits zum 2:1 ins Netz. Eine Sensation. „Aber wir haben uns geärgert, hätten viel höher gewinnen müssen“, behauptet Fjörtoft (unten im Bild).
So ging’s mit einem 2:1 nach Italien, aber nach Verona, weil im Mailänder San Siro der Rasen kaputt war. Fjörtoft erinnert sich an den Anpfiff: „Bergomi hat mich am Hals gepackt und zu Boden gezogen. Ich junger Bub hab gar nicht gewusst, was da passiert. Also habe ich ihn am Ohrwaschl gepackt. Damit konnte es losgehen.“
Und wie! Eisenfuß Pecl flog nach 18 Minuten vom Platz. Ein Berti-Doppelpack bedeutete das 2:0. Aber in der letzten Minute schoss Franz Weber Rapid in Unterzahl in die Verlängerung. Wo dann auch Pfeifenberger Rot sah, so Klinsmann Inter mit seinem 3:1 in die zweite Runde zittern konnte. Weshalb Rapid über Referee Courtney (Eng) tobte, Fjörtoft überzeugt ist: „Der war zu 99 Prozent bezahlt.“ Weber sagt: „Inter hat dann halt aufsteigen müssen.“
„Inter hat Frust drinnen“
Und was passiert morgen? „Inter hat viel Frust drinnen, sie werden sich schwertun“, glaubt Matthäus. Weber sieht auch einen Unterschied: „Die Fans werden Inter nicht beeindrucken, aber Rapid pushen. Bei uns gab es keine Gruppenphase, da war der Europacup etwas Besonderes. Wir standen unter Strom.“ Dafür wird Didi Kühbauer morgen auch sorgen.
Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung
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