Do, 23. Mai 2019
10.02.2019 07:00

Groteske um Strafe:

32 Stunden reichen nicht für Kindergartenpflicht

Das letzte Kindergartenjahr vor der Schule ist bei uns Pflicht, mit 20 Stunden an fünf Werktagen wird sie erfüllt. In Lichtenberg geht ein Mäderl seit September 32,25 Stunden in den Kindergarten - an nur vier Tagen. Die Folge jetzt: 100 € Geldstrafe wegen „Verletzung der Kindergartenpflicht“! Versteht das wer?

Die Eltern der knapp Sechsjährigen sind empört - nicht so sehr über den Beamten der BH Urfahr-Umgebung, der den Strafbescheid am 5. Februar ausgestellt hat, sondern über die Landespolitik und ihr unflexibles Kinderbetreuungsgesetz.

Wenigstens ein Tag bei der Oma
Beide sind in Linz voll berufstätig, weshalb ihre Tochter ohnehin im Schnitt acht Stunden im Kindergarten Lichtenberg verbringt, den sie seit ihrem dritten Lebensjahr besucht. Aufgrund dieser hohen Stundenanzahl - eben 32,25 Stunden an vier Tagen - hatten sich die Eltern entschlossen, das Kind wenigstens einen Tag in der Woche (am Donnerstag) bei einer Oma unterzubringen, die ausgebildete Kindergartenpädagogin ist und Zeit ihres Berufslebens im pädagogischen Bereich tätig war. Und ihr Enkerl dementsprechend auch fördert.

Mehr als 40 Stunden können nicht gut sein
Das Fazit der Eltern: „Es kann ja nicht im Sinne des Gesetzgebers sein, dass berufstätige Eltern, die alles nur erdenklich Mögliche zum Wohle ihres Kindes tun, dafür bestraft werden, dass sie ihrem Kind einen strukturierten Wochenverlauf ermöglichen.“ Würde ihre Tochter auch an jedem Donnerstag kommen müssen, so hätte sieim Schnitt über 40 Wochenstunden Kindergartenzeit, was man wohl von einem fünfjährigen Kind nicht verlangt werden könne und dürfe.

Keine Nachsicht, weil ja Absicht...
All das - und mehr - zählt nicht: „Sie haben nicht dafür Sorge getragen, dass ihr Kind die Kindergartenpflicht im erforderlichen Ausmaß erfüllt“, so im Strafbescheid. Und weil das wissentlich erfolgte (no-na), könne es keine Nachsicht geben.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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