Rodler ganz oben

Linger/Linger holen erstes Gold für Österreich

Olympia
18.02.2010 12:15
Das Rodelduo Andreas und Wolfgang Linger hat am Mittwoch im Whistler Sliding Centre die erste Goldmedaille für Österreich bei den diesjährigen Winterspielen gewonnen. Das Brüderpaar aus Tirol landete wie schon vor vier Jahren ganz oben auf dem Podest und hat damit ein Kunststück geschafft, das in Österreichs Wintersport bei Olympia bisher nur Eiskunstläufer Karl Schäfer (1932 und 1936) gelungen war.

Vor den Augen von Gregor Schlierenzauer, der sich den Bewerb am Eiskanal angesehen hat, sausten die Lingers im ersten Lauf in 41,332 Sekunden den Eiskanal hinunter und gingen mit 0,088 Sekunden Vorsprung auf die schärfsten Herausforderer, die Letten Andris und Juris Sics, in den zweiten Heat. In diesem mussten die Fans lange warten, denn die Startreihenfolge wurde umgedreht.

Die Tiroler Linger/Linger beendeten erst als 20. und letztes Paar die Olympischen Rodelbewerbe. In 41,373 bauten sie ihren Vorsprung auf Sics/Sics noch auf 0,264 Sekunden aus, Bronze ging an die Deutschen Patric Leitner/Alexander Resch, die sich noch vom fünften auf den dritten Rang verbesserten.

"Beim Bremsen alles rausgeschrien"
Doch die Schlagzeilen gehörten an diesem Tag einmal mehr den Lingers: "Ich habe beim Bremsen schon alles so rausgeschrien, dass ich jetzt keine Stimme mehr habe. Dass wir das als Titelverteidiger so durchgezogen haben, das ist gewaltig. Das werden wir jetzt auf uns wirken lassen", freute sich Vordermann Andreas Linger.

Sein 27-jähriger Bruder Wolfgang schwärmte. "Es war alles ein Traum. Die ganze Woche ist alles nach Plan gelaufen. Wenn man im Ziel den Einser sieht und abbremst - ein Wahnsinn! Man kommt zwar her und ist mit jeder Medaille zufrieden, aber natürlich hofft man wieder auf Gold!"

Doch auch das Drama vor knapp einer Woche ist noch nicht vergessen. "Jetzt sind wir einmal froh, dass alles so gut gegangen ist. Wir dürfen aber nicht vergessen, was die Woche schon passiert ist und dass wir uns vor ein paar Tagen überlegt haben, dass etwas anderes wichtiger ist als Hundertstel und Tausendstel", erinnerte Andreas Linger an den tragischen Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili.

Schiegl/Schiegl auf Platz acht
Ihre Chancen auf ihr erstes Edelmetall bei ihren fünften Spielen verspielt hatten Tobias und Markus Schiegl bereits im ersten Lauf nach einer Schrecksekunde. Die Tiroler, die 1998 und 2006 jeweils nur Blech gewonnen hatten und 2002 Sechste waren, gerieten vor der Zielkurve durch einen Fahrfehler von der Ideallinie ab und krachten - ähnlich wie beim tödlichen Unfall von Kumaritaschwili - mit voller Wucht gegen die Seitenbegrenzung. Dadurch reichte es im ersten Heat nur zu Rang acht, den sie auch am Ende behielten.

"Wir haben einen Fahrfehler gemacht. Wir sind ganz rechts reingefahren statt links. Ein total dummer Fehler", meinte Tobias Schiegl. "Wir haben uns schon mehr erwartet. Nach dem Fehler im ersten Lauf waren wir ein bisschen verunsichert, haben nicht unser ganzes Potenzial ausspielen können. Wir haben uns die ganze Woche schon ein bisschen schwer getan", erläuterte Markus.

Für Österreichs Rodel-Team gab es mit Gold durch die Lingers und Silber durch Nina Reithmayer eines der besten Ergebnisse der Olympiageschichte. Das bisher beste Resultat stammt aus dem Jahr 1992, als es in Albertville einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gegeben hatte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Olympia
18.02.2010 12:15
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung