07.02.2019 08:00 |

Psychologin gibt Tipps

Was tun, wenn schlechte Noten Ferienspaß trüben

Tirols Schüler freuen sich auf die Ferien. Davor werden am Freitag noch die Schulnachrichten verteilt. Die sind für viele Kinder und Jugendliche die entscheidende Weichenstellung für den künftigen Bildungsweg. Die Leiterin der Schulpsychologie Tirol, Brigitte Thöny, über den richtigen ersten Satz bei schlechten Noten und Hilfestellungen, damit Kinder ihren Weg finden.

Am Freitag werden die Schulnachrichten – früher Semesterzeugnis genannt – verteilt. Was könnte für Eltern der erste Satz sein, wenn ein Kind wegen schlechter Noten niedergeschlagen heimkommt?

Jetzt freuen wir uns einmal auf die Ferien und am Nachmittag können wir gemeinsam überlegen, was du tun kannst, damit das nächste Zeugnis besser wird.

Fällt das Schlusszeugnis schlecht aus, raten Schulpsychologen, vorerst einmal etwas Abstand zu gewinnen und die Sommerferien zu genießen. In den Semesterferien drängt aber die Zeit.

Stimmt. Für eine längere Erholungsphase sind die Semesterferien sicherlich zu kurz. Wenn die Schulnachricht nicht so erfreulich ausgefallen ist und einige Rückstände aufzuholen sind, dann ist es sicher günstig, in den Semesterferien ein bisschen zu lernen. Jeden Tag 30 bis 60 Minuten wären vorteilhaft, sollten aber in das Ferienprogramm eingepasst werden.

Es gibt Kinder, die extrem ehrgeizig sind und auch mit einer Note, die Lehrer und Eltern als gut empfinden, nicht zufrieden sind. Was können Eltern tun, damit sich die Kinder nicht selbst unnötig unter Druck setzen?

Ja, solche Kinder gibt es auch. In diesem Fall ist es gut, wenn man darauf achtet, dass das Kind mehrere unterschiedliche Bereiche hat, in denen es sich mit anderen messen kann und auch lernt, mit Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen umzugehen. Das kann Sport sein, Kunst oder ein anderes schönes Hobby.

Wann würden Sie einer Familie raten, die Gymnasium-Pläne zu verwerfen?

Wenn ein Kind eigentlich selbst kein besonderes Interesse an der Schule hat; wenn es sich nur schwer konzentrieren kann; wenn man ein Kind immer wieder motivieren muss, damit es etwas für die Schule tut; wenn ein Kind sehr viel üben muss, damit es gute Leistungen erbringen kann; wenn der Schulweg zum Gymnasium sehr weit ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. In solchen Fällen würde ich raten, dass das Kind eher in eine Neue Mittelschule geht und man in der 4. Klasse dort überlegt, wie es weitergehen kann.

Oft scheinen die Eltern ehrgeiziger als die Kinder zu sein. Was raten Sie Familien, die Gefahr laufen, den richtigen Weg für die Kinder aus den Augen zu verlieren?

Wenn Eltern sich nicht ganz sicher sind, ob ihr Kind ein Gymnasium oder eine Neue Mittelschule besuchen soll, dann können sie sich – falls das Gespräch mit den Lehrern nicht zu einer Entscheidung geführt hat – gerne an die Schulpsychologie (Anm. siehe Infokasten links) wenden. Wir klären mit einem Begabungstest und Leistungstests ab, wo die Fähigkeiten des Kindes liegen und wie es mit Konzentration und Ausdauer aussieht. Wir können dann empfehlen, welcher Schwerpunkt für das Kind passend ist: eher sprachlich, mathematisch, kreativ, naturwissenschaftlich und so weiter.

Und wie damit umgehen, wenn Kinder in der Fülle der Möglichkeiten nicht mehr wissen, was sie einmal werden wollen?

Falls sich ein Kind trotz der sehr umfassenden Beratung in den Tiroler Schulen nicht entscheiden kann, bietet die Schulpsychologie zusätzlich Bildungsberatung an: Mittels eines Gesprächs und Begabungs- und Interessenstests ermitteln wir dann, welcher Ausbildungsweg passend ist und besprechen das mit Eltern und Kind.

Telefonhotline der Schulpsychologie
Wie immer stehen am letzten Schultag vor den Semesterferien die Schulpsychologen der Bildungsdirektion Tirol für Fragen rund um den Umgang mit dem Zeugnis und den weiteren Bildungsweg von Kindern zur Verfügung. Am Freitag sind die Mitarbeiter rund um Brigitte Thöny von 8 bis 17 Uhr über die Telefonhotline erreichbar. Unter: 0512/9012-9264 .

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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