26.01.2019 08:41 |

Fatale Schlammlawine

Tote und 300 Vermisste nach Dammbruch in Brasilien

Nach einem Dammbruch und einer anschließenden Schlammlawine werden im Südosten Brasiliens rund 300 Menschen vermisst. Neun Menschen konnten laut Feuerwehrangaben nur noch tot geborgen werden. Wie der Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais, in dem das Unglück passierte, erklärte, seien die Überlebenschancen für die Vermissten gering. „Wir werden wahrscheinlich nur noch Leichen finden“, sagte er.

Der Schlamm aus dem Abraumbecken einer Eisenerz-Mine hat am Samstag in der Kleinstadt Brumadinho mehrere Häuser unter sich begraben. Einige der Gebäude steckten bis zum Dach im Schlamm, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der Damm gehört dem größten brasilianischen Bergbauunternehmen Vale.

„Werden wahrscheinlich nur noch Leichen finden“
Polizei, Feuerwehr und Soldaten hätten alles getan, um mögliche Überlebende zu retten, sagte der Gouverneur der Provinz. „Doch wir wissen, dass von jetzt an die Chancen winzig sind und wir wahrscheinlich nur noch Leichen finden werden.“

Bei den meisten Opfern handle es sich um Minenarbeiter, sagte der Chef des Bergbauunternehmens Vale, Fabio Schvartsman. Die Opferzahl sei noch unbekannt, „aber wir wissen, dass sie hoch sein wird“. Die Schlammlawine habe unter anderem die Kantine des Bergwerks unter sich begraben, als gerade Mittagszeit war.

Die 39.000-Einwohner-Stadt Brumadinho liegt rund 60 Kilometer südwestlich von Belo Horizonte im Südosten Brasiliens. Die Stadtverwaltung gab eine Warnmeldung heraus und forderte die Menschen auf, sich von den Ufern des Parapoeba fernzuhalten. Bewohner tief liegender Gebiete wurden aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht, wie Vertreter des Zivilschutzes sagten.

Erinnerungen an Giftschlammkatastrophe 2015
Das Unglück erinnert an eine Giftschlammkatastrophe im November 2015, als nahe der Stadt Mariana der Damm eines Klärbeckens mit giftigen Stoffen aus der Bergbauindustrie gebrochen war. Die Schlammlawine begrub das Bergarbeiterdorf Bento Rodrigues unter sich. 19 Menschen wurden damals getötet.

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