"Nicht alles ist hundertprozentig ein Genuss, weil es ist nicht lustig, wenn du um 22.15 Uhr schlafen gehen willst, und dann wirst du wieder zur Dopingkontrolle geholt. Und in der Früh stehen sie wieder da", erzählte der 34-jährige Salzburger. "Aber das musst du mitnehmen, das hat sich Österreich auch selbst eingebrockt."
Grundsätzlich, so Gottwald, empfindet er diese Kontrollen als "Alibikontrollen. Es ist natürlich pervers, weil was werden die Leute mit ins Dorf nehmen. Da ist es gescheiter, sie kontrollieren unterm Jahr." Er wünscht sich, dass die anderen Athleten auch so oft kontrolliert werden wie die Österreicher oder eben er selbst. "Aber den Krieg wirst du nicht gewinnen, das ist leider so."
Kritik am ÖOC
Kritik äußerte der sechsfache Gewinner von Olympia-Edelmetall in Richtung ÖOC. Denn die Sportler müssen ja im Internet immer bekannt geben, wo sie sich aufhalten. "Da brauchst du immer einen Internetzugang, aber das ÖOC hat es nicht geschafft, dass wir einen Internetzugang im Zimmer haben." Nun versuche man sich über einen drahtlosen Zugang anderer nationaler Olympischer Komitees einzuloggen.
Aber er genießt es, mit so vielen Sportlern und Gleichgesinnten im Olympia-Dorf zu wohnen. Nur in Nagano hat er nicht im Dorf gewohnt und es nachher bereut. Das Rundherum beschreibt er als "eine künstliche Welt, die sich Auserwählte aufgebaut haben und dementsprechend vermarkten".
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