Mi, 20. Februar 2019
20.01.2019 10:05

Salzburg Inoffiziell

Die Grüne im Dirndl und der angezeigte NEOS-Mann

Martina Berthold möchte gerne neue Bürgermeisterin in der Stadt werden. Dieser Umstand ist ihr ein Dirndl wert. NEOS-Gemeinderat Günter Eckerstorfer soll sich mit einem falschen Berufstitel geschmückt haben.

Sie wolle die Nummer 185 werden, sagt die ehemalige grüne Landesrätin und nunmehrige Spitzenkandidatin in der Stadt: 184 Männer haben seit dem Jahr 1370 in Salzburg regiert, Martina Berthold möchte die erste Frau sein. Dazu holt sie sich auch prominente Wahlhelfer wie Katharina Schulze und Georg Willi.

Das alleine wird aber nicht reichen. Will Berthold tatsächlich SPÖ-Kandidaten Bernhard Auinger aus der erwarteten Stichwahl gegen Harry Preuner (ÖVP) drängen, muss sie die Stadt-Grünen, aber auch sich selbst für neue Wählerschichten öffnen. Mit dem Thema billiges Wohnen fischt sie im SPÖ-Lager.

In Richtung ÖVP zielen ihre guten Kontakte zur Erzdiözese ab. Berthold war einst Theologiestudentin, in der Katholischen Hochschulgemeinde aktiv, trat dann 1999 aus der katholischen Kirche aus und wenige Monate später in die evangelische wieder ein.

Und auch in der Brauchtumsszene wird sie zu sehen sein. Als begeisterte Tänzerin besucht sie am 25. Jänner erstmals das legendäre Edelweißkränzchen. Dazu hat sie auch das erste Dirndl seit ihrer Kindheit in Oberösterreich gekauft. Das Schloss Mirabell ist eine Tracht wert.

Unangenehme Post wird NEOS-Gemeinderat Günter Eckerstorfer in den kommenden Tagen zugestellt. Per Mail an die NEOS wurde ihm vorgeworfen, öffentlich widerrechtlich als Architekt aufgetreten zu sein. Bei der Bezirksverwaltungsbehörde der Stadt trudelte auch eine entsprechende Anzeige ein. Eckerstorfer verweist auf sein technisches Architekturstudium. Allerdings sei ihm die geschützte Berufsbezeichnung „Architekt“ nie verliehen worden, räumt er ein.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger

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