Do, 23. Mai 2019
17.01.2019 14:19

Tourismus-Bilanz 2018

Salzburg verbuchte 3,1 Millionen Nächtigungen

Der Boom im internationalen Städtetourismus hat 2018 auch der Stadt Salzburg Rekordergebnisse beschert. Die Zahl der Nächtigungen stieg um 3,2 Prozent auf 3,14 Millionen an. Dazu kommen eine unbekannte Zahl an Touristen, die über Onlineportale wie Airbnb ihr Quartier gebucht haben, und geschätzte sechs bis sieben Millionen Tagesgäste. Die Stadt will darum verstärkt auf Besucherlenkung setzen.

Noch im Jahr 2003 war die Zahl der Nächtigungen in Salzburg bei rund 1,6 Millionen gelegen. An jedem Tag des Jahres schlafen damit heute um rund 4.000 Personen mehr in der Stadt als vor 15 Jahren, rechnete der städtische Tourismusdirektor Bert Brugger bei einer Pressekonferenz am Donnerstag vor. „Wir kommen allmählich in eine Größenordnung, die wir kritisch hinterfragen müssen“, ergänzte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). Die Stadt habe daher begonnen, sich Gedanken zu machen, wie man die Touristenströme in Zukunft entzerren könnte. Sorgen bereiten dem Stadtchef dabei vor allem die vielen Tagesgäste - auch wenn es sich bei ihnen gut zur Hälfte um Menschen aus dem Umland handelt, die etwa zum Einkaufen in die Stadt fahren.

Preuner will etwa die Zahl der Reisebusse in der Stadt weiter drosseln. Seit Juni 2018 gibt es eine Registrierungspflicht für Reisebusse. Dabei werden Zeitfenster vergeben, in denen die Buslenker die Gäste aussteigen lassen und wieder aufnehmen können. 27.000 Busse waren das bis Ende Dezember 2018, rund 40.000 dürften es hochgerechnet auf das Jahr werden. „Wir suchen nun nach Möglichkeiten, etwa die Aufenthaltsdauer mitzuberücksichtigen. Wer länger bleibt und höhere Wertschöpfung lukriert, soll bei der Anreise bevorzugt werden“, betonte der Stadtchef.

Geplant sei auch, im Juli und im August ein Direkt-Shuttle vom Park & Ride-Parkplatz am Messegelände in die Innenstadt anzubieten, um die Straßen in der Stadt vom Individualverkehr zu entlasten. „Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade nicht deutschsprachige Gäste dem Öffentlichen Verkehr eher skeptisch eingestellt sind“, sagte Preuner. Zugleich könnten die Größe geführter Gruppen auf 25 Teilnehmer reduziert werden und neue Themenrouten zur Entzerrung der Besucherströme angeboten werden.

Zusätzlich erhebt der Telekommunikationsanbieter A1 im Auftrag der Stadt die Mobilfunkdaten von Besuchern, die zwischen September 2018 und Jänner 2019 Salzburg besuchen. Aus Bewegungsprofilen und Aufenthaltsdauer sollen - aufgeschlüsselt nach Herkunftsländern - Schlüsse für konkrete Maßnahmen gezogen werden. „Wir wissen, dass Festung, Getreidegasse und die Mozarthäuser nicht links liegen gelassen werden“, sagte Brugger. Aber Attraktionen wie die Untersbergbahn, Stiegl-Brauwelt oder Hellbrunn würden bereits heute die örtliche und zeitliche Steuerung fördern.

Eine Besucher-Obergrenze lehnen der Bürgermeister und der Tourismusdirektor ab. „Grenzen festzulegen und sie zu exekutieren ist schwierig“, sagte Brugger - und verwies auf ein „hausgemachtes Problem.“ „Die aktuellen Zuwächse sind auch ein Abbild unseres eigenen Urlaubsverhaltens.“

Den Löwenanteil der Nächtigungen in Salzburg machten 2018 übrigens Urlauber aus Österreich (23,2 Prozent) und aus Deutschland (20 Prozent) aus. Nach starken Zuwächsen belegen mittlerweile Gäste aus den USA den dritten Platz (8,6 Prozent). Auf den Rängen vier und fünf folgen das Vereinigte Königreich (4,2 Prozent) und China (4,1 Prozent). Die Auslastung der 13.000 Hotelbetten in der Stadt konnte im Vorjahr auf 61,2 Prozent gesteigert werden, die Auslastung der Zimmer lag bei rund 80 Prozent. Brugger zeigte sich überzeugt, dass die gestiegene Nachfrage auch die Preise nach oben getrieben hat. Die durchschnittlichen Tagesausgaben der Salzburggäste bezifferte er heute mit 150 bis 160 Euro mit Nächtigung, die Ausgaben der Tagesgäste schätzte er auf rund 40 Euro. „Aber alleine durch die Menge bedeutet auch das eine große Wertschöpfung.“

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