17.01.2019 08:45 |

Drogen und Gewalt

Die Hintergründe zum Wiener Bahnhofsmörder

Was trieb Eyob E. dazu, mutmaßlich seine eigene Schwester zu töten? Nachts soll er am Wiener Hauptbahnhof ein Messer gezogen haben, um damit mehrmals auf sie einzustechen. Die Einvernahmen des spanischen Staatsbürgers gestalten sich schwierig, seine Aussagen wirken wirr. Der Drogenabhängige, der zuletzt offenbar ins Wiener Suchtgiftmilieu abgerutscht war, hatte bereits in der Vergangenheit mit psychischen Problemen zu kämpfen und war laut Freunden in seiner Heimat bereits wegen Gewaltdelikten verurteilt worden.

Gemeinsam mit seiner Schwester - dem späteren Opfer - war der 21-Jährige aus Äthiopien vor Jahren von einer spanischen Familie adoptiert worden und wuchs mit zwei Adoptivgeschwistern im spanischen Irache auf.

Gewaltdelikte, Verurteilung, Drogen
Doch es kam zu Problemen, wie Freunde des 21-Jährigen gegenüber der Zeitung „El Espanol“ berichteten. Eyob E. soll mit dem Gesetz in Konflikt geraten und „wegen Gewaltdelikten verurteilt“ worden sein, so einer seiner Bekannten. „Einige Monate verbrachte er in einem Betreuungszentrum in Ilundain“, heißt es weiter.
Auch Probleme mit Drogen habe der junge Mann immer wieder gehabt - bis zu dem Tag, an dem er im Kochen seine neue Leidenschaft gefunden habe.

„Er war ein Anderer“
Danach schien der 21-Jährige sein Leben in den Griff zu bekommen, arbeitete in Deutschland und auch in Österreich als Koch.
Immer wieder stattete er in dieser Zeit seiner Familie in der Heimat einen Besuch ab. „Er war ein Anderer“, zeigen sich Familie und Freunde überzeugt, dass sich das Leben in geregelten Bahnen positiv auf ihn auswirkte.

Als Eyob E. dann jedoch seine Arbeit verlor, dürfte ihn seine Vergangenheit wieder eingeholt haben. Er rutschte erneut ins Drogenmilieu ab und begann zu dealen. Auch der Kontakt zu seiner Familie riss ab, was seine Schwester Eyerus wohl schließlich dazu bewegte, gemeinsam mit der 32 Jahre alten Halbschwester Isabel nach Wien zu reisen, um den 21-Jährigen zu suchen und mit ihm zu sprechen.

Doch die erhoffte Aussprache am Wiener Hauptbahnhof sollte tragisch und für die 25-Jährige tödlich enden. Eyob E. zeigte sich nach der Tat im Polizeiverhör geständig - die Frage nach dem Warum bleibt weiter offen.

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