16.01.2019 10:24 |

„El Chapo“-Prozess

Erhielt Präsident 100 Mio. $ Drogen-Schmiergeld?

Der in New York vor Gericht stehende ehemalige mexikanische Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman hat nach Aussage eines Zeugen dem mexikanischen Ex-Präsidenten Enrique Pena Nieto satte 100 Millionen Dollar (rund 88 Millionen Euro) Schmiergeld gezahlt. Doch das soll Pena Nieto, der selbst den Kontakt zu Guzman gesucht habe, noch immer nicht genug gewesen sein: Der Politiker habe sogar 250 Millionen Dollar gefordert, sagte der kolumbianische Drogenbaron Alex Cifuentes am Dienstag im Prozess gegen „El Chapo“.

Cifuentes, der laut eigener Aussage zwischen 2007 und 2013 die „rechte Hand“ Guzmans gewesen war und eng mit diesem zusammengearbeitet hatte, antwortete auf die Frage, ob er 2016 gegenüber US-Behörden angegeben habe, dass Guzman die Bestechung arrangiert habe: „Das ist richtig.“

Zur Zahlung, die eine Frau namens Maria in Mexico City abgewickelt habe, sei es im Oktober 2012 gekommen, sagte Cifuentes. Pena Nieto war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Präsidenten Mexikos gewählt worden, angetreten hatte er seinen Posten aber erst im Dezember. Seine Amtszeit endete im November 2018.

Ex-Präsident: Vorwürfe „komplett falsch und diffamierend“
Die Bestechungsvorwürfe gegen den Ex-Präsidenten sowie gegen seinen Vorgänger Felipe Calderon waren bereits zu Prozessauftakt Thema gewesen. Laut Cifuentes hatte Pena Nieto „El Chapo“ zudem einst eine Nachricht übermittelt, wonach der Drogenboss nicht länger in einem Versteck leben müsse. Ein Sprecher Pena Nietos wies die Vorwürfe umgehend als „komplett falsch und diffamierend“ zurück. Auch Calderon hat stets alle diesbezüglichen Behauptungen als „unwahr“ bezeichnet.

„El Chapo“ schleuste enorme Mengen an Drogen in die USA
Der 61-jährige Guzman muss sich vor einem Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche verantworten. Laut Anklage soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Guzman, der im Prozess auf nicht schuldig plädiert, droht lebenslange Haft.

Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Pena Nieto hatte stets erklärt, dass „El Chapo“ von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht des Drogenbosses 2015, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber anscheinend zu einem Sinneswandel. Die Auslieferung ging schließlich 2017 über die Bühne.

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