Di, 22. Jänner 2019

Drei Beispiele

06.01.2019 05:00

Gut integriert in der neuen Heimat

Drei Lebensgeschichten, drei „Neustarts“ in der Fremde: Wenn Kulturen aufeinanderprallen, funktioniert nicht immer alles reibungslos. Sie schaffen es mit viel Fleiß: Hassan aus Wals eröffnet ein Restaurant, Raman arbeitet als Rezeptionist in Kaprun und Amran hat sein eigenes Logistik-Kleinunternehmen.

Hassan musste in Syrien vor dem Krieg flüchten. Jetzt hat er Glück. Er traf Franz Hirnsperger, den früheren Vizebürgermeister aus Wals-Siezenheim. „Gezielte Integration, nur so kann es funktionieren“, meint Hirnsperger. Er ließ für die Familie von Hassan Dahrou in seinem eigenen Garten ein Holzhaus bauen und ist jetzt Bindeglied für sie – auf allen Ebenen. Die Kinder sind in den Schulen gut integriert, die Mädchen sogar als „Sternsinger aus dem Osten“ weit herum bekannt. Und Hassan half Hirnsperger beim Start in der Arbeitswelt. Er wollte weg von der Mindestsicherung, startete als Küchenhilfe und eröffnet jetzt direkt bei der Tankstelle an der B1 in Wals sein eigenes „Restaurant am Walserfeld“. „Die Gastronomie ist mein Traum“, sagt der frühere Schiffskapitän, der auch in der seiner Heimat Latakia kurz bevor erste Bomben fielen ein Restaurant aufsperren wollte.

Vom Kriegsflüchtling zum Rezeptionisten
Mit Fleiß Menschen überzeugen und Vorurteile ausräumen – das ist auch Motto von Raman (23), der im Pinzgau eine neue Heimat gefunden hat. „Er kann besser Deutsch als so mancher Pinzgauer“, meint Tina Widmann, die frühere Landesrätin, die sich jetzt sozial engagiert, mit Augenzwinkern. Nach der Lehre zum Hotelkaufmann arbeitet er jetzt als Rezeptionist im Alpenhaus Kaprun. Sein Rezept für Integration: „Mit den Leuten viel in Kontakt sein.“ In Syrien wurde er nach der Matura zur Armee einberufen und entschied sich dann zu flüchten.

Integrations-Botschafter aus dem Pinzgau hilft
Als Koordinator für den Integrationsfonds ist Bahri Trojer im Pinzgau und weit darüber hinaus wichtiger Ansprechpartner: „Es kann nur gelingen, wenn beide Seiten etwas dafür tun“, betont er, selbst ein gebürtiger Albaner. Und er erzählt dann gerne die Geschichte von seinem Eisstock, ein Sport, der ihm unbekannt war: „Früher nannten mich alle den Ausländer, ich habe dann den Eisstock gravieren lassen und war von dem Moment an der Bahri.“ Positive Geschichten sollen schwerer wiegen, als Probleme und Vorurteile.

Gut unterwegs ist auch Amran (36): Er kommt ebenso aus Syrien und hat jetzt in Elixhausen seine eigene Firma für Paketzustelldienste gegründet. Der Rest seiner Familie hat sich bis Schweden durchgeschlagen.

Sabine Salzmann

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Alabas Kitz-Eindrücke
„Die Typen können nicht dicht sein!“
Wintersport
„Krone“-Fußballerwahl
Herzog: „Ich würde Marko die Stimme geben“
Fußball International
Knauß über Kitzbühel
„Ich hatte Angst!“ - Ein Ritt auf der Glasplatte
Wintersport
Fünfter Frauenmord
Ehefrau (32) erstochen: Gab bereits Wegweisung
Niederösterreich
Wie Ribery
Henry beschimpft Großmutter von Gegenspieler!
Fußball International
Überforderung im Job
Postlerin hortete zu Hause 25.188 Briefe: Urteil!
Niederösterreich
Ärztin warnt:
Meghan bringt ihr ungeborenes Baby in Gefahr
Video Stars & Society
Umbau in City
Neuer Markt in Wien bis 2022 gesperrt
Bauen & Wohnen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.