05.01.2019 16:27 |

Im Visier von Mördern?

NBA-Ass traut sich wegen Erdogan nicht nach London

Wenn die New York Knicks am 17. Jänner ein NBA-Gastspiel in der Londoner O2-Arena gegen die Washington Wizards bestreiten werden, wird einer der ihren definitiv fehlen - der ehemalige Türke Enes Kanter macht die Reise nach Großbritannien nicht mit! Allerdings nicht etwa wegen einer Verletzung, einer Erkrankung oder einer Terminkollision, sondern weil er Angst um sein Leben hat! Konkret befürchtet er, wegen seiner expliziten Gegnerschaft zum türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, getötet zu werden…

„Es besteht die Möglichkeit, dass ich getötet werde“, sagte Kanter nach dem 119:112-Sieg seines Teams über die Los Angeles Lakers. „Leider kann ich nicht dorthin reisen wegen dieses verdammten Irren, dem türkischen Präsidenten. Es ist sehr schade, dass dieses Thema meine Karriere beeinflusst, weil ich meinem Team gerne helfen würde. Aber wegen diesem Irren, diesem Diktator, kann ich meinen Job nicht erledigen“, sagte der 26-Jährige, der als Unterstützer der Gülen-Bewegung in den zurückliegenden Jahren Erdogan mehrfach kritisiert hatte.

Seit 2017 ist Kanter nach der Aberkennung seiner türkischen Staatsangehörigkeit staatenlos. Seither vermeidet der 2,11 Meter große NBA-Profi alle Auslandsreisen außer jene nach Kanada für die Spiele gegen die Toronto Raptors. Speziell in Europa habe er Todesangst. „Sie (die türkischen Toppolitiker, Anm.) haben dort jede Menge Spione. Ich kann da ganz leicht umgebracht werden. Das ist eine sehr hässliche Situation.“

Laut der regierungsnahen Zeitung „Sabah“ steht Kanter dem in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen nahe, den die türkische Führung für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich macht. Der in Zürich geborene Kanter hatte Erdogan schon in der Vergangenheit immer wieder öffentlich kritisiert und ihn als „Diktator“ bezeichnet.

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