26.12.2018 06:00 |

US-Truppenrückzug

Privatisiert Trump nun Kampf gegen die Taliban?

Offenbar kommt es nicht nur in Syrien, sondern auch in Afghanistan zu einem Rückzug der US-Armee. Nach der offiziellen Ankündigung zu Syrien, geistern in US-Medien seit Tagen auch Meldungen herum, wonach das afghanische US-Kontingent auf ungefähr die Hälfte reduziert werden soll. Eine offizielle Bestätigung steht hier noch aus. Allerdings versprach US-Präsident Donald Trump bereits während seines Wahlkampfs, dass er die Soldaten zurückholen werde. Mit dem zurückgetretenen Verteidigungsminister James Mattis hat das Pentagon auch einen wichtigen Fürsprecher für eine starke militärische Präsenz sowohl in Syrien als auch in Afghanistan verloren. Dafür könnte der ehemalige Chef der Söldnerfirma Blackwater, Erik Prince, nun an Einfluss in Trumps Kabinett gewonnen haben. Seine „Privatisierung des Afghanistankrieges“ scheint Formen anzunehmen.

Die Spekulationen über eine bevorstehende Privatisierung des Kampfes gegen die Taliban wurden vor einer ganzseitigen Anzeige in der Jänner-Ausgabe des Waffen- und Jagdmagazins „Recoil“ enorm angeheizt. Auf der Seite prangt das alte Blackwater-Logo, darüber ist in weißer Schrift vor schwarzem Hintergrund kurz und knapp zu lesen: „Wir kommen.“ Diese kryptische Botschaft wird von vielen Insidern als Ankündigung mit Blick auf Afghanistan gesehen (siehe Tweet unten).

Prince: „So könnte Krieg in Afghanistan gewonnen werden“
Prince unterstützte die Wahlkampf-Kampagne von Donald Trump mit 250.000 Dollar. Der Ex-Navy-Seal wird im Weißen Haus geschätzt und gehört - als Republikaner, Militär- und Geheimdienstexperte und auch als Bruder von Trumps Unterrichtsministerin, der Milliardärin Betsy DeVos. Der 49-Jährige unterbreitet seit dem Amtsantritt des 45. Präsidenten stets seine Pläne, wie der Krieg in Afghanistan, der seit dem Einmarsch im Jahr 2001 nunmehr seit 17 Jahren andauert, gewonnen werden könnte.

Und diese Pläne sehen eine Ablöse der regulären US-Streitkräfte größtenteils durch private Militär- und Sicherheitsdienstleister vor. Dies würde enorme Einsparungen für den Staatshaushalt bedeuten. Der Geschäftsmann, der mit seiner damaligen Firma Blackwater 2007 im Irak zweifelhaften Ruhm erlangt hatte und nach mehreren Massakern mit zivilen Todesopfern außer Landes verwiesen worden war, spricht in Interviews von jährlichen Kosten in der Höhe von ca. fünf Milliarden US-Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) - was lediglich einen Bruchteil der Ausgaben des Pentagon derzeit bedeuten würde.

Dutzende Stellenanzeigen für Afghanistan-Einsatz
Die sogenannten Contractors würden stets als Partner der afghanischen Sicherheitskräfte auftreten und sowohl dem afghanischen Recht als auch dem US-Wehrstrafrecht unterliegen und keineswegs in einer rechtlichen Grauzone agieren, betont Prince. Er weiß nämlich, was die größten Kritikpunkte zahlreicher Regierungen und Menschenrechtsorganisationen an der Privatisierung der Sicherheit sind. Kriegsverbrechen würden auf jeden Fall geahndet. Blackwater ist seit den Skandalen im Irak mehrmals umbenannt und an eine Investorengruppe verkauft worden.

Derzeit firmiert das Nachfolgeunternehmen unter dem Namen Academi und gehört zu Constellis Gruppe, die ein breites Feld an Logistik und Sicherheitsservices abdeckt und derzeit 41 Stellen für Afghanistan ausgeschrieben hat. Prince hat offiziell keine Verbindung mehr zu seiner ehemaligen Firma, dem Sicherheitsbereich ist er aber treu geblieben.

Strafrechtliche Ermittlungen in Österreich
Aktuell ist der 47-Jährige Miteigentümer der Frontier Services Group mit Sitz in Hongkong. Dieses Unternehmen hat mit einem gescheiterten Flugzeug-Deal auch in Österreich für viel Wirbel und sogar strafrechtliche Ermittlungen ausgelöst

Gabor Agardi
Gabor Agardi
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