Hausleitner und sein Team haben seit der EM-Vergabe im Jahr 2006 an den "Magic Moments", so lautete das offizielle Turniermotto, gebastelt, dafür stand ein Budget von knapp acht Millionen Euro zur Verfügung. Rund 130.000 Zuschauer - der ÖHB rechnet die Zuschauer pro Spieltag und nicht pro Spiel - sahen die 47 EM-Spiele der 16 Teilnehmer in den fünf Austragungsorten Wien, Wiener Neustadt, Graz, Linz und Innsbruck live vor Ort.
Grund für die starke Auslastung der Hallen war einerseits das kluge Konzept, nach geografischen Gesichtspunkten Ungarn nach Wiener Neustadt, Kroatien nach Graz und Deutschland nach Innsbruck zu setzen. Zudem spielte der sportliche Verlauf den Organisatoren in die Karten. Österreich und Kroatien sorgten in der Hauptrunde sowie an den Finaltagen in Wien für ein volles Haus, Innsbruck blieb ein deutsches Vorrunden-Out erspart.
Reges Interesse auch außerhalb Europas
Mehr als 1.100 Medienvertreter berichteten aus Österreich. Berichte über die EM wurden in mehr als 70 Ländern gezeigt, auch in Asien und Südamerika. Dank der Teams, Offiziellen, Mitarbeiter, Gäste und Medienvertreter gab es an den Spielorten mehr als 16.000 Nächtigungen, die EM hat also auch der heimischen Wirtschaft gut getan.
Um die sportliche Nachhaltigkeit zu sichern, soll das ÖHB-Erfolgsteam (Rang 9) zusammengehalten werden. Die Verhandlungen um den Verbleib von Teamchef Dagur Sigurdsson mit dessen Klub Füchse Berlin sollen in dieser Woche begonnen werden. Die Nationalmannschaft ist das nächste Mal von 15. bis 17. April bei einem Viernationenturnier in Tschechien im Einsatz, im Juni geht es dann gegen die Niederlande im Playoff der WM-Qualifikation um die Teilnahme an der Endrunde 2011 in Schweden.
Historisches Triple für Frankreich
Für diese fix qualifiziert ist Frankreich. Die Franzosen machten durch das 25:21 am Sonntag im Endspiel gegen Kroatien das historische Triple perfekt, sie holten nach Olympia- (2008) und WM- (2009) nun auch EM-Gold. "Dieses Triple geht in die Geschichte ein. Wir haben alle drei großen Titel in unseren Händen, das ist vollkommen verrückt", jubelte Frankreichs Tormann Thierry Omeyer.
Die Mannschaft von Teamchef Claude Onesta (seit 2001 im Amt) hat nun innerhalb von nur 18 Monaten wirklich alles erreicht, doch Onesta glaubt sogar, dass sich sein Team in einigen Bereichen noch steigern kann. Und Verbandsboss Joel Delplanque ist sich nach einem Gespräch mit Kapitän Gerome Fernandez sicher, dass die Mannschaft nun die WM 2011 in Schweden und Olympia 2012 in London ins Visier nimmt.
EHF mehr als zufrieden
Höchstes Lob für die Veranstaltung gab es auch von Seiten des europäischen Verbands EHF. "Wir sind mehr als zufrieden. Dieses Turnier hatte in allen Bereichen einen extrem hohen Standard. Österreich hat einen fantastischen Job gemacht", erklärte EHF-Präsident Tor Lian. Die Latte für die nächste EM 2012 in Serbien liegt hoch.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.