20.12.2018 06:00 |

Nach Gerichtsanzeige

Bischof auch im Visier der Justiz und des Vatikans

Schon seit Wochen beschäftigt das „System Schwarz“ auch die Justiz. Mittlerweile prüft die Staatsanwaltschaft Graz die Vorwürfe. Es geht um den Verdacht der Untreue. Aber auch der Vatikan überlegt, eigene Prüfer nach Kärnten zu schicken.

Die durch das Domkapitel erhobenen Anschuldigungen gegen Bischof Alois Schwarz haben jetzt auch den Vatikan auf den Plan gerufen. In Rom wird angeblich überlegt, im Rahmen einer Apostolischen Visitation die Vorwürfe zu prüfen und den Zustand der Diözese zu untersuchen.

Auch die Justiz beschäftigt sich mit dem Konflikt in der Kirche. „Uns wurde ein Anfangsverdacht gemeldet. Aufgrund dessen prüfen wir den Fall“, sagt Christian Kroschl von der Staatsanwaltschaft Graz. Allerdings beziehe sich der Sachverhalt auf Hinweise aus einem arbeitsgerichtlichen Verfahren am Landesgericht Klagenfurt, das die Vertraute von Bischof Alois Schwarz angestrengt hatte. „Jetzt sind ja ganz neue Vorwürfe aufgetaucht.“ Zu denen möchte man sich allerdings noch nicht äußern.

Verständlich, denn zwischen den Zeilen des Wirtschaftsberichtes zum Bistum ist mehrmals der Tatverdacht der Untreue herauszulesen. Unter anderem geht es um möglichen Befugnismissbrauch.

Wobei der Sachverhalt letztlich nicht so einfach sein dürfte: Entscheidend wird wohl sein, ob Schwarz auch im juristischen Sinn der einzige wirtschaftlich Verfügungsberechtigte des Bistums war. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Mehr dazu unter:

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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