09.12.2018 08:00 |

Rupert Quehenberger

Er ist das neue Sprachrohr der Salzburger Bauern

In der Landwirtschaftskammer Salzburg ist es am Freitag zu einem Führungswechsel gekommen. Der 47-jährige Rupert Quehenberger, Holzerbauer aus Annaberg (Tennengau), wurde bei der Vollversammlung im Hotel Hefterhof von 25 der 28 Mitglieder zum Präsidenten gewählt. Er löste damit Nationalratsabgeordneten Franz Eßl (ÖVP) ab, der 24 Jahre lang an der Spitze der Kammer stand.

Quehenberger hat sich als einziger Kandidat der geheimen Wahl gestellt. Der Tennengauer ÖVP-Politiker hat bereits im Oktober Eßls Position als Landesobmann des Salzburger ÖVP-Bauernbundes übernommen. Der Vater von vier Kindern ist verheiratet und betreibt mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb in Annaberg.

Als Landwirtschaftskammer-Präsident wolle er einen Konsens mit der Gesellschaft suchen und einen Schwerpunkt in die Ausbildung der bäuerlichen Jugend legen, damit sie in der Landwirtschaft eine Perspektive für die eigene Zukunft habe und die landwirtschaftlichen Betriebe in Salzburg bestehen bleiben, wie Quehenberger gegenüber der APA erklärte.

„Den Wandel aktiv mitgestalten“, lautet das Motto des neuen Präsidenten. Die Erwartungshaltungen an die Landwirtschaft seien heute völlig andere als noch vor wenigen Jahren, in einigen Bereichen bestünden zwischen den Bäuerinnen und Bauern und der Gesellschaft wenig Konsens darüber, wohin die Reise gehen soll. „Hier gilt es mit gegenseitigem Respekt aufeinander zuzugehen und ernsthafte, aber auch praktikable Lösungen zu finden.“

Quehenberger erwartet sich vom Lebensmittelhandel deutlich mehr Entgegenkommen. Er hoffe, dass die kürzlich unterzeichnete Selbstverpflichtungserklärung des österreichischen Handels auch gelebt werde. Er habe kein Verständnis dafür, dass im Kampf um Marktanteile gerade kleine Landwirtschaftsbetriebe wie Bergbauernhöfe geopfert werden, „weil sie überzogene Auflagen nicht erfüllen können“. Lebensmittel aus Salzburg seien einzigartig in der Qualität, auch was die Nachhaltigkeit betreffe. Auch deshalb sei es wichtig, bei den Verhandlungen zur neuen gemeinsamen EU-Agrarpolitik Flagge zu zeigen und für die Landwirtschaft Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine positive Weiterentwicklung ermöglichten.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) würdigte die Verdienste von Eßl, der heute sein Amt als Salzburger Landwirtschaftskammerpräsident zurücklegte. Eßl habe mit Fachverstand und Beharrlichkeit die vielfältigen Anliegen der Bäuerinnen und Bauern vorangebracht. „Man konnte sich auf sein Wort immer verlassen.“

Ein Porträt über den neuen Präsidenten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe ihrer Salzburg-Krone.

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