Schumi out

Trulli feiert ersten Karrieresieg

Sport
23.05.2004 17:19
Michael Schumachers Traum vom sechsten Saisonsieg in Serie ist nach einem Crash mit seinem alten Widersacher Juan Pablo Montoya jäh geplatzt. Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister kollidierte in der 46. Runde des von vielen Unfällen geprägten Großen Preises von Monaco im Tunnel mit dem Williams-BMW des Kolumbianers, wobei sein Ferrari stark beschädigt wurde. So sehr sich Schumacher über den verpassten Start- und Monaco-Siegesrekord ärgerte, so sehr jubelte Jarno Trulli am Sonntag in Monte Carlo über den ersten Triumph seiner Formel-1-Karriere. "Das ist ein wunderschöner Tag", sagte der Italiener tief gerührt. "Ein Traum ist wahr geworden."
Der Renault-Pilot gewann den Grand-Prix-Klassikeran der Côte d'Azur in 1:45:46,601 Stunden mit 0,497 SekundenVorsprung vor Jenson Button im BAR-Honda. Wegen eines Motorschadensbei Olivier Panis' Toyota beim Start musste der sechste Saisonlaufum eine auf 77 Runden (257,180 km) verkürzt werden. RubensBarrichello belegte an seinem 32. Geburtstag im zweiten Ferrariden dritten Platz und tröstete damit die Scuderia etwas überSchumachers ersten Ausfall seit 18 Rennen. Letztmals war der Kerpeneram 6. April 2003 beim Regenchaos in Brasilien wegen eines Fahrfehlersnicht ins Ziel gekommen.
 
Schumi führt WM-Wertung weiter an
Trotz dieses "Nullers" auf dem Stadtkurs führtSchumacher die WM- Wertung dank seiner fünf Auftaktsiegeweiterhin souverän mit 50 Punkten an. Barrichello bleibtmit nunmehr 38 Zählern Zweiter vor Button (32) und Trulli(31). Der Italiener feierte im Fürstentum nicht nur seinenersten Sieg im 119. Anlauf, sondern beendete zugleich die Ferrari-Erfolgsserie.Schumacher (7) und Barrichello (1) hatten die zurückliegenden8 WM-Läufe gewonnen. "Es ist toll, dass wir das Wochenendeso dominiert haben", sagte er.
 
Ralf Schumacher gehandicapt
Ralf Schumacher ging doppelt gehandicapt in das Schicki-Micki-Rennen: Zur Strafversetzung um zehn Startplätze nach hintenauf Rang zwölf wegen eines Motorwechsel kam noch eine schwereErkältung. Der Wiliams-BMW-Pilot konnte nie in die Entscheidungum die Podiumsplätze eingreifen. Schließlich mussteder "kleine Schumi" in der 70. Runde seinen Wagen mit Getriebeproblemenabstellen, wurde aber noch als Zehnter gewertet.
 
Wieder Pleite für McLaren-Mercedes
Für McLaren-Mercedes endete der Klassiker miteiner erneuten Pleite. David Coulthard schied nach einem unverschuldetenUnfall früh aus. Für Vize-Weltmeister Kimi Räikkönenbedeutete ein technischer Defekt mit der Pneumatik in der 29.Runde das Aus. "Ein schlechtes Ergebnis für dieses Monaco-Wochenende,das besser begann als die Rennen zuvor", sagte Mercedes-MotorsportchefNorbert Haug.
 
Schwerer Unfall in der 3. Runde
Ein schwerer Unfall in der dritten Runde zeigte,wie gefährlich die Raserei durch den engen Leitplanken-Dschungelist. Giancarlo Fisichella prallte mit seinem Sauber-Petronas gegenCoulthards McLaren-Mercedes, überschlug sich und landeteschräg auf dem Rücken auf der Absperrung. Der Italienerund der Schotte überstanden den Crash unverletzt. Auslöserdes Unfalls war ein Motorschaden an Takuma Satos BAR-Honda, wonachdie folgenden Piloten in den Qualmwolken kaum noch Sicht hatten.Das auf die Strecke geschickte Safety Car neutralisierte das Feldfür vier Runden.
 
"Wir haben Ferrari Paroli geboten"
Trulli nutzte die erste Pole-Position seiner Formel-1-Karriereglänzend und konnte auch nach der Safety-Car-Phase die Spitzevor Fernando Alonso im zweiten Renault verteidigen. Michael Schumacherlag nach 20 Runden schon 9,6 Sekunden hinter dem Italiener, hattesich aber nach den Boxenstopps seiner vor ihm liegenden RivalenKimi Räikkönen und Jenson Button auf Rang drei vorschiebenkönnen. "Wir haben den bislang so dominanten Ferraris Paroliauf der Strecke und in der Box geboten", sagte der 29 Jahre alteTrulli über die Renault- Gala beim Glamour-Grand-Prix.
 
Alonsos Einschlag in die Leitplanke Ausgangs desTunnels in der 42. Runde nach einem Überholmanöver mitRalf Schumacher und die zweite Safety-Car-Phase ändertendas Bild schlagartig. "Ralf hat versucht, mich an die Wand zudrücken und müsste aus der Formel 1 raus", schimpfteder Spanier. Der Kerpener konterte: "Ich nehme das nicht ernst.Fernando ist auf den Dreck geraten." Nach Alonsos Unfall platztennicht nur die Renault-Träume vom greifbar nahen Doppelerfolg,sondern urplötzlich hatte Michael Schumacher wieder reelleSiegchancen.
 
Schumis Vorderreifen demoliert
Nur vier Umläufe später dann der Schockfür Schumacher: Ebenfalls im Tunnel bremste der 35-Jährigewährend der Gelb-Phase in Sichtweite des Sicherheitsautosstark ab. Der direkt hinter ihm heranschießende Juan PabloMontoya wollte sich innen vorbeischieben. Bei der Kollision mitdem Williams-BMW wurde Schumacher an die Außenwand gedrückt,wobei das linke Vorderrad des Ferraris abknickte und die Nasestark beschädigt wurde. Der Titelfavorit konnte seinen lädiertenBoliden nur noch an die Box schleppen und abstellen. Danach zogsich der 75-malige Grand-Prix-Sieger frustriert ins Motorhomezurück.
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

(Bild: KMM)



Kostenlose Spiele