Fr, 14. Dezember 2018

Berufung zurückgezogen

03.12.2018 19:54

WhatsApp-Causa: Freispruch für Fußi rechtskräftig

Der Strafprozess gegen Rudi Fußi, den ehemaligen Redenschreiber und Berater von Ex-Kanzler Christian Kern, wird nach dem Freispruch im Oktober keinen weiteren Instanzenweg beschreiten. Nachdem die Staatsanwaltschaft ihre Berufung Ende November zurückgezogen hat, ist das Urteil rechtskräftig. Fußi hatte während des Nationalratswahlkampfs im Jahr 2017 einer Dolmetscherin aus dem SPÖ-Wahlkampfteam, die er verdächtigte, Interna vor den letztjährigen Nationalratswahlen der ÖVP zugespielt zu haben, binnen siebeneinhalb Stunden 14 WhatsApp-Nachrichten geschickt, die die Frau als Bedrohung wahrnahm. Nach Ansicht des Gerichts enthielten diese jedoch „keine konkreten Drohungen“.

Fußi habe sich „kantiger Formulierungen“ bedient, es habe sich dabei aber um „situationsbedingte Unmutsäußerungen“ und keine Einschüchterungsversuche gehandelt, hielt das Gericht im Oktober fest.

„Egal, was dir die ÖVP dafür gegeben hat. Ich gebe dir das Doppelte und sorge dafür, dass dir rechtlich nichts passieren wird“, hatte Fußi der Übersetzerin Anna J. per WhatsApp nach Auftauchen vertraulicher Unterlagen der SPÖ in den Medien während des Wahlkampfs 2017 geschrieben. Die Frau sollte „auspacken“, dann werde er sie „schützen“, schlug er ihr vor. Als die Frau nicht in seinem Sinne reagierte, wurde Fußi unfreundlicher: „Sie (die SPÖ, Anm.) haben deine Telefonprotokolle. Und klagen dir den Arsch weg (...). Sie werden nie eine Ruhe geben. Morgen Deal oder ich kann dir nicht mehr helfen.“

„Die klagen dich in Grund und Boden“
Zuletzt hieß es dann: „Du kommst da auch nimma raus. Du bist die Einzige, die alle Mails bekommen hat. Glaub mir, so ein Leben willst nicht führen. Oder glaubst du, die Partei lässt dich in Ruhe, wenn du sie versenkst? Die klagen dich in Grund und Boden und zerren dich durch die Arena.“ Während des Prozesses erläuterte der PR-Berater seinen Gemütszustand nach der Weitergabe der brisanten Dokumente und versuchte auch, deutlich zu machen, dass er der jungen Frau „eigentlich helfen wollte“ bzw. verstehen wollte, warum sie das getan habe.

Während die Dolmetscherin vor Gericht unter Tränen beteuerte, dass sie die Informationen nicht weitergegeben habe, erklärte Fußi auch nach seinem Freispruch im Oktober, dass er überzeugt sei, die 27-Jährige habe die Interna ausgeplaudert.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
3 Verwandte erschossen
Was trieb den Grafen von Bockfließ zu der Bluttat?
Niederösterreich
Glamouröser Auftritt
Die schönsten Kleider für die Festtage
Beauty & Pflege
Lebenserleichterung
Diese Dinge werden Eltern von Kleinkindern lieben
Spielzeug & Baby
Rührende Aktion
Freund erzählt blindem Liverpool-Fan live das Tor
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.