EL-Duell mit Spartak

Im Moskauer „Tiefkühler“ wird Rapid zur Wundertüte

„Ich kann sie ja nicht in ein Heißwasser setzen. Wir müssen das annehmen, kennen solche Temperaturen.“ Na ja, mit Abstrichen. Beim gestrigen Abschlusstraining (Video oben) in Moskau beutelte es Didi Kühbauer dann doch. Minus 10 Grad sind auch heute für den Anpfiff (16.50 Uhr, 18.50 Uhr Ortszeit) prognostiziert. „Uns auf der Bank wird es wohl kälter“, glaubt Rapids Trainer.

Dessen Truppe dennoch im „Tiefkühler“ heißlaufen will. Ein Punkt reicht, um sich am letzten Spieltag der Gruppenphase ein Finale daheim um den Aufstieg in das Sechzehntelfinale gegen die Glasgow Rangers zu erkämpfen. Bei einer Niederlage ist Rapid weg. Kühbauer verschwendet keinen Gedanken an den noch wichtigeren Liga-Sonntag in Innsbruck: „Wir wollen drinnen bleiben“, ist ein „Abschenken“ der Europa League für Grün-Weiß verpönt.

Auch Murg fällt aus
Auch wenn etwa Schobesberger (Kühbauer: „Er hat Monate nicht gespielt, da werde ich ihn jetzt nicht verheizen“) die Kraft noch nicht für 90 Minuten hat. Und zwei Spiele in vier Tagen plus Reisestrapazen waren auch für die fitten Spieler bislang eine Stolper-Garantie. Rapid steckt da in der Zwickmühle, wird heute wohl zu einer Wundertüte. Zumal nach Ivan (Zerrung), den Frisch-Verletzten Pavlovic und Dibon auch Murg (krank) in Wien blieb. So spricht vieles für einen Einsatz von Youngster Müldür. Der Innenverteidiger feierte letzte Woche sein Team-Debüt für die Türkei, traf beim 2:0 in Wien gegen Spartak.

„Nicht verstecken“
Aber die Russen vom September sind mit dem heutigen Gegner nicht zu vergleichen. Spartak wird diesmal keinen Star (etwa Luiz Adriano) schonen. Neuer Trainer, neues System. „Wir sind Außenseiter, wollen uns aber nicht verstecken. Die Ausfälle helfen da natürlich nicht, doch umso mehr können wir überraschen“, so Kühbauer.

Wobei eine Bilanz Mut macht: In Russland hat Grün-Weiß noch nie verloren. Ein Remis heute wäre auch ein gefühlter - bei eisiger Kälte - Sieg. Nur gelang das Rapid international auswärts in der Saison noch nie.

Rainer Bortenschlager/Moskau, Kronen Zeitung

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