Sa, 16. Februar 2019
25.11.2018 10:14

Schlimme Leidenszeit

Brunner nach Platz 3: „Es ist echt ein Wahnsinn“

Hatte es vor ihrer Verletzung mit dem ersten Podestplatz im Weltcup nicht und nicht klappen wollen, so schlug Stephanie Brunner im nur zweiten danach zu. Die Dritte des Weltcup-Riesentorlaufs in Killington will jetzt vor allem die Ruhe bewahren. „Man muss einfach am Ball bleiben, das darf man nicht vergessen. Nicht dass man jetzt meint, es läuft jedes Rennen so ab“, sagte die Tirolerin.

Die 24-jährige Brunner weiß um die Dichte im Riesentorlauf derzeit. „Wir haben eine Riesenbreite, wir haben viele, die sehr gut fahren können. Und die alle nachrücken. Also heißt es, einfach weiter dranbleiben“, ermahnte sie sich selbst. Dreimal war sie im Weltcup bereits Vierte und sechsmal Fünfte gewesen, als sie sich nach dem Ende der vergangenen Weltcupsaison am 20. März bei den österreichischen Abfahrtsmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm einen Riss von Kreuzband und Meniskus im linken Knie zugezogen hatte.

Schon im Oktober in Sölden stand sie zum Auftakt der neuen Saison wieder am Start und wurde Fünfte. Und nun erfolgte das herbeigesehnte erste Podest. „Es ist echt ein Wahnsinn. Die ganze harte Arbeit im Sommer mit den Trainern, Physios ... Da muss ich ein großes Lob und riesengroßes Dankeschön aussprechen“, sagte Brunner. Das Umfeld spiele eine wesentliche Rolle. „Man ist nicht alleine unterwegs. Es gibt auch noch einen Servicemann, der es in der letzten Zeit auch nicht so einfach hatte, weil wir nicht so viel Zeit zum Testen hatten. Er hat das sehr gut hingebracht.“

Österreichs Damen-Team musste lange auf einen Podestplatz im Riesentorlauf warten, den zuvor letzten hatte es am 7. März 2016 in Jasna gegeben, als Eva-Maria Brem gewann. Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum hatte seinen Athletinnen noch am Abend vor dem Killington-Rennen gesagt, dass sie sich auf keine Podiumsdiskussion einlassen brauchen. „Einfach gut fahren, dann kommt das schon, und so war es dann auch“, sagte er. Freilich sei das nun eine große Erleichterung gewesen. „Und von Steffi hat man sich das nicht erwarten können“, verwies er nochmals auf deren kurzer Regenerationsphase nach der Knieoperation.

Wie Brunner erzählte, ist nicht sie es, die im Training bei den Österreicherinnen den Ton angibt. „Im Training sind andere vorne. Aber ich konzentriere mich heuer auf was anderes, als im Training schnell zu sein, das war ich die letzten zwei Jahre immer. Ich schaue, dass ich die Technik verbessere und nicht immer Vollgas gebe.“ Und im Rennen gibt es für sie kein Platzierungs-Denken. „Im zweiten war ich heute lockerer als im ersten. Das ist bei mir immer so. Ich denke nicht an die Platzierung oder wievielte ich bin.“

Brunner ließ den Slalom am Sonntag in Killington aus, weil sich Training in dieser Disziplin nicht ausgegangen ist. Sie reiste nach Kanada weiter, wo sie in Lake Louise am Super-G teilnehmen wird. „Ich fahre das erste Mal in Lake Louise. Ich nehme das als Training mit für die nächsten Speedrennen in St. Moritz und Val d‘Isere, da bin ich schon einmal gefahren. Ich will einfach Speedkilometer sammeln, weil ich noch nicht viele Trainings hatte.“

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