19.11.2018 17:08 |

Pensionist getötet

Haushälter wird über Babymonitor Zeuge von Mord

Grausames Verbrechen im Norden Deutschlands: Ein 85-jähriger Pensionist soll vergangenes Wochenende im Schlaf von seinem ehemaligen Pfleger getötet worden sein. Der Täter schlitzte seinem Opfer die Kehle auf. Besonders tragisch: Ein Haushaltshelfer verfolgte über einen Babymonitor mit, wie der Verdächtige in das Schlafzimmer des Pensionisten schlich und sich über ihn beugte. Der Augenzeuge nahm jedoch an, dass der Mann sein Opfer nur zudecken wollte.

In der Nacht auf Samstag passierte die unfassbare Tat in der beschaulichen Stadt Wittenburg: Der Pensionist wurde, während er schlief, in seinem eigenen Haus durch einen Schnitt in den Hals getötet. Die Exekutive vermutet ein großes Messer als Tatwaffe. Das Opfer soll seinen Mörder gut gekannt haben: Alle Hinweise deuten auf einen 20-jährigen Afghanen als Täter hin, der im Sommer als Pfleger für den körperlich gebrechlichen Mann gearbeitet hatte.

Tochter des Mordopfers engagierte Verdächtigen
Der Verdächtige wurde als Asylwerber abgelehnt, aber noch bis Ende Jänner in Deutschland geduldet. Die Tochter des Mordopfers arbeitet als Flüchtlingshelferin. Sie war es, die den jungen Flüchtling engagierte, um sich um ihren Vater und auch um andere Arbeiten im Haus des Pensionisten zu kümmern.

Das Vertrauen, das die Tochter in den jungen Mann gesetzt hatte, sollte sich am Wochenende als fatal herausstellen. Ein Haushaltshelfer, der ebenfalls im Haus wohnte, wurde zufällig Zeuge der Tat. Über das Babyphone, das den Pensionisten im Schlaf überwachte, sah er den Afghanen, wie er sich über sein Opfer beugte. Der Haushälter dachte jedoch, der junge Mann wollte dem Schlafenden die Decke richten.

Der Verdächtige konnte zunächst fliehen, wurde aber nach kurzer Zeit von der Polizei gefasst. Ihm wird heimtückischer Mord vorgeworfen, er schweigt jedoch zu den Vorwürfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Über das Motiv herrscht noch Unklarheit - die Polizei schließt eine religiös oder politisch motivierte Tat aus. Es soll auch nichts aus dem Haus des Pensionisten gestohlen worden sein. Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur

Asylpolitik einmal mehr unter Beschuss
Der Aufschrei nach dem brutalen Verbrechen ist groß - der Umstand, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen abgelehnten Asylwerber handelt, ist für viele Menschen in sozialen Medien erneut ein Anlass, um die Flüchtlingspolitik in Deutschland zu kritisieren. In den vergangenen Monaten haben eine Bluttat in Chemnitz - verdächtigt wird auch hier ein Flüchtling, der kurz vor der Abschiebung stand - und der Sex-Mord in Wiesbaden an der 14-jährigen Susanna für Diskussionen gesorgt. Die rechtspopulistische AfD goss ebenfalls Öl ins Feuer.

Lorenz Caffier, er Innenminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, in dem sich die jüngste Tat zugetragen hat, ist zwar erschüttert von dem Vorfall, warnte jedoch gleichzeitig davor, die Tat für politische Zwecke zu missbrauchen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Justiz die Umstände und Motive der Tat restlos aufklären und den Täter einer gerechten Strafe zuführen wird“, teilte Caffier mit.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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