Di, 22. Jänner 2019

Experten sicher

12.11.2018 06:00

MCI: Neustart würde zur Kostenexplosion führen!

Die Telefone sind am Sonntag nach dem „Krone“-Bericht über den Neubau des Managementcenters Innsbruck (MCI) heiß gelaufen. Kein Wunder, geht es doch um die Zukunft einer der wichtigsten Bildungseinrichtungen im Land. Der längst fällige Baustart hätte 2019, spätestens 2020 erfolgen sollen. Doch im Sommer wurde die berüchtigte Reißleine gezogen. Mit dem Argument der Kostenexplosion. Aber je länger man diskutierte und je genauer sich die Experten diese angebliche Kostenexplosion anschauten, desto mehr stellte sich heraus: Es gibt gar keine Kostenexplosion!

Bis jetzt zumindest. Wird aber so weiter gewurschtelt und auf eine Neuausschreibung hingearbeitet - ja, dann wird es die heraufbeschworene Kostenexplosion tatsächlich noch geben. Und dann wären wir Steuerzahler mit den zuletzt (aus der Luft gegeriffenen) 150 Millionen Euro noch gut bedient

Alles im Kostenrahmen
Nun haben sich auch die beiden Beiratsvorsitzenden des MCI, Wolfgang Eichinger und Oswald Wolkenstein, zu Wort gemeldet: „Die Feststellung, dass das aktuelle Vorhaben den Kostenrahmen sprengen würde, ist nicht nachvollziehbar!“ Sie entbehren jeder fachlichen und sachlichen Grundlage. „Man darf nicht vergessen, dass die Ausschreibung laut Bundesvergabegesetz mit veränderlichen Preisen zu erfolgen hat. Bei der Kalkulation der Gesamtkosten muss deshalb auch der Baukostenindex berücksichtigt werden, was auch in den vom Land Tirol gefassten Beschlüssen ausdrücklich festgehalten ist. Dass sich bei einer Baufertigstellung im Jahr 2022 damit eine Preiserhöhung von mindestens 25 Prozent auf die vom Landtag 2015 beschlossenen Kosten ergibt, ist also keineswegs überraschend, sondern vielmehr folgerichtig. Jedes weitere Jahr einer Verzögerung würde überdies Mehrkosten in Millionenhöhe nach sich ziehen“, betonen Eichinger und Wolkenstein unisono.

Neuausschreibung ungünstigste Variante
Die nun angedachte Neuausschreibung sei daher alles andere als eine sinnvolle Option! „Einerseits zeigen rechtliche Gutachten, dass eine Neuausschreibung nicht nur nicht notwendig, sondern sogar problematisch und mit erheblichen Risiken verbunden ist. Andererseits würde sich das Gesamtprojekt erblich verzögern. Das brächte eine Verschärfung der räumlichen Situation und weitere Kosten für Fremdmieten, weitere Anmietungen, erforderliche Adaptierungen etc. in Höhe von mindestens drei Millionen Euro jährlich mit sich“, sind Eichinger und Wolkenstein überzeugt.

Einstimmiger Jury-Beschluss
Die MCI-Beiratsvorsitzenden verweisen zudem auf den einstimmigen Jury-Beschluss: „Das von allen zwölf Jurymitgliedern - einschließlich Land Tirol und Stadt Innsbruck - einstimmig und mit großer Überzeugung gekürte Siegerprojekt muss daher umgehend realisiert werden. Es hat sich in einem zweistufigen, internationalen Architektenwettbewerb unter 88 Einreichungen durchgesetzt. Eine Neuausschreibung würde kein besseres Ergebnis ergeben, sondern lediglich massive Folgekosten und Risiken nach sich ziehen!“

Dornauer versteht Regierung nicht
Auch SPÖ-Vize LA Georg Dornauer versteht die unsägliche Debatte nicht: „Der Imageschaden für das überaus erfolgreiche MCI unter Rektor Andreas Altmann dürfte den schwarz-grünen Damen und Herren unserer Landesregierung nicht bewusst sein. ,Management by Chaos’ scheint dort das Motto zu sein!“

Auf Experten hören
Man darf hoffen, dass die Verantwortlichen auf die Experten hören, im Sinne der Steuerzahler entscheiden und das vorliegende Projekt rasch und ohne weitere Verzögerungen umsetzen . So, wie es in der Privatwirtschaft praktiziert wird!

Markus Gassler
Markus Gassler

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