11.11.2018 17:53 |

Probleme mit der FPÖ

Minister Faßmann geht auf Distanz zur Regierung

Sebastian Kurz (ÖVP) hörte schon in seiner Zeit als Staatssekretär gern und oft auf Heinz Faßmann. Als Bundeskanzler holte er den Wissenschaftler in sein Regierungsteam, wo sich dieser auch stets loyal verhielt. Allerdings mehr und mehr gegen seine Überzeugung, wie nun immer deutlicher wird. Der Bildungsminister geht auf Distanz - vor allem zur FPÖ.

Faßmann hat bereits durchblicken lassen, dass die Rückkehr zu den Ziffernnoten nicht seine Idee gewesen ist. Und dass er diesen Schritt nicht mit Begeisterung gemacht hat. Prompt wurde der Bildungsminister dafür aber natürlich von vielen Seiten getadelt, die Kritiker warfen ihm ein „Zurück ins Mittelalter“ vor. Der sonst so trockene Experte, der wirkt, als könne ihn kaum etwas erschüttern, war über die schlechten Noten, die er erhalten hatte, sichtlich verärgert.

Bei Innenminister Kickl zusammengezuckt
Der pragmatische Wissenschaftler Faßmann, der sich selbst nicht als Politiker sieht, hat zunehmend Schwierigkeiten mit der gut geplanten PR-Maschinerie, auf die die Regierung so gern setzt. Im Interview mit der „Presse am Sonntag“ gab er nun zu, dass er zusammengezuckt sei, als Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) meinte, Österreich sei kein Einwanderungsland. Und Faßmann tritt auch für eine Weiterverhandlung des UNO-Migrationspaktes ein. Dass der globale Ansatz der richtige sei, stehe außer Frage, so Faßmann.

Diskussion, aber „kein Verrat an der Koalition“
Das klingt ganz anders als jene Sätze, die die Freiheitlichen seit Tagen unermüdlich wiederholen. Im Bundeskanzleramt gibt man sich zu der gesamten Causa ziemlich schweigsam. 
Das Unterrichtsministerium betont, dass es sich nicht um einen „Verrat an der Koalition“ handle, Faßmann sei auch nicht amtsmüde oder überlege auszusteigen. Der Bildungsminister möchte nur zu einer inhaltlichen Diskussion zurück. Es werde keine Aussprache mit Kurz geben, weil eine solche nicht nötig sei.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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