Mi, 21. November 2018

250.000 Festmeter Holz

01.11.2018 11:00

Aufräumen im Wald: „Müssen höllisch aufpassen“

Massiv zugeschlagen hat der Orkan, der in der Nacht von Montag auf Dienstag mit bis zu 200 km/h wütete, im steirischen Wald. Im Raum Murau sowie im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag fielen die Bäume wie Streichhölzer, die Förster rechnen mit 250.000 Festmetern Schadholz. Das gefährliche Aufräumen hat bereits begonnen.

„Bitte seid vorsichtig!“, appelliert Landesforstdirektor Michael Luidold an die Kollegen. Waldbesitzer sollten unbedingt Hilfe von Fachleuten annehmen. Und Luidold warnt die Spaziergänger: „Unbeteiligten ist es verboten, die vom Windwurf betroffenen Flächen zu betreten - zu gefährlich!“

Holzpreis dürfte nicht leiden
250.000 Festmeter Schaden dürften am steirischen Nutzwald entstanden sein- etwa fünf Prozent der Summe, die jährlich geschlägert wird. Hauptbetroffen war neben Murau das Gebiet zwischen Gleinalm und Mariazell - und dort in erster Linie die Südhänge.

Zum Vergleich: Durch die Stürme „Paula“ und „Emma“ gab es 2008 fünf Millionen Festmeter Schadholz. Im Gegensatz zu damals, so Luidold, dürfte der Holzpreis diesmal nicht fallen, dafür sei die Summe zu gering. „Außerdem ist die Nachfrage in der Bauwirtschaft gut.“ Das Preisniveau liegt stabil bei 90 Euro für Fichten-Rundholz und 36 Euro für Faser- und Schleifholz, das durch Windwurf und Borkenkäfer entsteht.

Borkenkäfer verschonte die Steirer heuer
Letzterer hat die Steiermark heuer verschont: „Der Schaden ist so niedrig wie seit 15 Jahren nicht mehr“, berichtet Luidold. Der Grund: Während in Ober- und Niederösterreich nur 15 Prozent des durchschnittlichen Regens fielen und die Schädlinge sich dramatisch vermehrten, hatten die Steirer 2018 immer ausreichend Niederschläge. „Die Fichten waren gut gewappnet“, so der Forstdirektor. Um das jetzige Schadholz vor Befall zu retten, müsse es allerdings bis zum Frühjahr aus dem Wald geholt werden.

Ob sich das ausgeht, bezweifelt einer der vielen betroffenen Waldbesitzer, Franz Schäffer (51) vom Pogusch. Rund um seinen Hocheggerhof liegen sechs der 108 Hektar Wald am Boden. „Fichten, Tannen, Lärchen, Buchen, Ahorn: Wo der Sturm hinkam, hat er alles zerstört“, berichtet Schäffer, dem das Herz blutet: „Du pflegst den Wald jahrzehntelang. Dann kommt der Sturm, und alles liegt in einer Minute.“

Pogusch: Horrornacht für Waldbesitzer
Die Familie am Hocheggerhof erlebte von Montag auf Dienstag eine wahre Horrornacht. Nachdem der Sturm im Haus zunächst einen Kaminbrand ausgelöst hatte, saß die angerückte Feuerwehr St. Lorenzen stundenlang am Berg fest, weil auf allen Wegen Bäume lagen. „Ich wollte das Holz mit dem Traktor wegräumen, aber nach einer Weile haben wir aufgegeben. Es war einfach zu riskant.“

Auch am Pogusch hat das Aufräumen schon begonnen. Schäffer, der immer wieder vom Sturm getroffen wird, kennt die Gefahr: „Die Bäume stehen unter enormer Spannung. Wir müssen gewaltig aufpassen, damit es keine Unfälle gibt.“

Tödlicher Unfall
Wie gefährlich die Waldarbeit ist, zeigte am Mittwoch der tödliche Unfall eines 15-Jährigen in Passail.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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