Mi, 12. Dezember 2018

Bluttat in Wien

08.10.2018 14:55

Mitbewohner (20) erstochen: Einweisung in Anstalt

In eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ist ein 29 Jahre alter Afghaneam Montag eingewiesen worden, nachdem er Mitte März im Wiener Bezirk Brigittenau seinen Mitbewohner erstochen hatte. Der Angeklagte hatte sich eingebildet, von dem 20-jährigen Landsmann vergewaltigt worden zu sein, weshalb er ihn mit zwei Küchenmessern angriff und ihm schwerste Verletzungen zufügte. Wenige Tage später starb das Opfer im Krankenhaus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der tödliche Messerangriff spielte sich am Abend des 15. März in einer Wohnung in der Klosterneuburger Straße ab. Der 20-Jährige lag in seinem Bett und war mit seinem Handy beschäftigt, als sein Mitbewohner von einem Spaziergang nach Hause kam und zwei Messer aus der Küche holte. Ohne weitere Vorwarnung stürzte er sich auf den Burschen, der sich heftig zu Wehr setzte.

Doch er hatte keine Chance, die Klingen verletzten den jungen mann an der linken Schläfe, am Hals und am Unterbauch. Fünf Tage lang kämpfte der 20-Jährige danach um sein Leben, ehe er seinen Verletzungen erlag. Der 29-Jährige wurde noch am Tatort festgenommen. Gegenüber den Kriminalisten sollte er laut Polizeibericht erklären: „Ich wollte ihn töten. Ich wollte, dass er nicht mehr am Leben ist. Ich wollte, dass er mich und andere Mädchen nicht mehr belästigt. Ich sage, er hat es verdient.“

Unzurechnungsfähig und nicht schuldfähig
Vor Gericht allerdings behauptete er am Montag: „Ich habe niemanden gestochen.“ Er wisse nicht, was passiert ist. In dem Zimmer, das er mit dem 20-Jährigen teilte, wären „zwei andere Personen“ gewesen, so seine Aussage. Der Beschuldigte, der seit 2009 in Österreich lebt, war bereits im Vorfeld für unzurechnungsfähig und nicht schuldfähig befunden worden. Laut der psychiatrischen Sachverständigen Gabriele Wörgötter leidet er seit mehreren Jahren an einer hochgradig paranoiden Schizophrenie mit ausgeprägten Wahnvorstellungen. Er wird von der Idee getrieben, Opfer sexueller Gewalt zu sein.

Dass der 29-Jährige in psychischer Hinsicht nicht gesund ist, machte seine Befragung deutlich. Er sei seit 2016 „von verschiedenen Leuten“ vergewaltigt worden, berichtete er dem Schwurgericht. Er habe „eine politische Anzeige gemacht“. Seit diesem Zeitpunkt habe er „keine Ruhe“. „Hier im Gefängnis ist auch etwas Schlimmes passiert mit mir“, meinte er. Außerdem zeigte er sich überzeugt, dass der Getötete („Er hat mit mir Scheiße gebaut“) noch am Leben ist und „irgendwo wartet“.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien
Aktuelle Schlagzeilen
Ab 5. März für PC, PS4
„Left Alive“: Neuer Trailer zum Survival-Shooter
Video Digital
Keine Einigung
Admira: Darum platzte der Deal mit Alex Meier
Fußball National
Nicht zu warm
So schützen Sie Ihr Baby im Winter richtig!
Spielzeug & Baby
Aufstiegs-Finale
Rapid ist für die schottische Invasion gerüstet
Fußball International
Nach Weihnachtsfeier
Linz: Friseur (39) ins Krankenhaus geprügelt
Oberösterreich
Das Problemkind
Barcelonas Dembele: Traumtor nach harter Strafe!
Fußball International
„Noch nie gesehen“
Mega-Parade! Klopp feiert Liverpool-„Lebensretter“
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.