Mi, 17. Oktober 2018

Schwerelos-Studie

02.10.2018 12:10

Forscher bieten 16.500 Euro für 60 Tage im Bett

Dieses Angebot klingt wirklich verlockend: 16.500 Euro Aufwandsentschädigung bietet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Probanden für eine sogenannte Langzeit-Bettruhe-Studie. Das klingt nach leicht verdienten Geld - was hinter dem vermeintlichen Traumjob steckt, zeigt auch das Video (oben).

Wer an der Schwerelos-Studie teilnehmen will, muss sich entweder von Ende März bis Ende Juni nächsten Jahres oder von Anfang September bis Anfang Dezember 2019 drei Monate Zeit nehmen. Insgesamt 89 Tage dauert nämlich die Studie bei der Forscher des DLR die „negativen Effekte der Schwerelosigkeit“ nachahmen wollen - ganze 60 Tage davon müssen komplett im Bett verbracht werden.

Zwei Monate Bettruhe in 6-Grad-Kopftieflage
Was wie der Traum eines jeden Faulenzers klingt, dürfte in Wahrheit gar nicht so einfach werden. Denn um jene Veränderungen, die im Weltall stattfinden, auf der Erde simulieren zu können, nutzen die DLR-Wissenschaftler das Modell der Bettruhe in 6-Grad-Kopftieflage. Der Kopf muss zwei Monate lang unten bleiben, ein Kissen ist - ebenso wie Besuch - nicht erlaubt.

„Sämtliche Aktivitäten finden im Liegen statt“ 
Auch sonst könnte die Studie durchaus unangenehme Begleiterscheinungen haben, schließlich geht es um den „Abbau von Muskeln und Knochen und der Verschiebung der Körperflüssigkeiten in Richtung Kopf, wodurch das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt wird und Veränderungen im Auge auftreten können“. Auch Duschen, Essen, Toilettengang werden kompliziert, denn „sämtliche Aktivitäten finden im Liegen statt“, heißt es in der Stellenanzeige des DLR.

Nach der Bettruhe werden alle Probanden nicht nur zwei Wochen lang untersucht und vermessen, sondern auch mit Reha-Maßnahmen betreut. „Der Knochen- und Muskelabbau wird vollständig nach der Studie wieder ausgeglichen werden“, heißt es. Ziel der Bettruhe-Studie des DLR ist es, vorbeugende Maßnahmen oder Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die die negativen Effekte der Schwerelosigkeit für Astronauten mindern.

 krone.at
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