29.09.2018 13:45 |

Hunderte Tote geborgen

Noch weit mehr Opfer auf Sulawesi befürchtet

Auf der indonesischen Insel Sulawesi herrscht Chaos und Verzweiflung. Nach den verheerenden Beben und der zerstörerischen Tsunamiwelle lautet die vorläufige Bilanz alleine in der am schlimmsten getroffenen Küstenstadt Palu: mindestens 384 Tote, mehr als 500 Verletzte, Dutzende Vermisste. Ähnlich wie hier sieht es an vielen anderen Orten entlang der Küste aus. Befürchtet wird daher, dass unter Schlamm und Trümmern noch weit mehr Opfer begraben liegen.

Bevor das Meer am Freitag über die Küste hereinbrach, hatte auf Sulawesi, einer der größten Inseln des Landes, zweimal die Erde gebebt. Das erste Beben hatte die Stärke 5,9. Am Abend, als es schon dunkel wurde, gegen 18 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ), folgte noch eines, viel heftiger, Stärke 7,4. Die Wellen, die dadurch ausgelöst wurden, waren bis zu drei Meter hoch - und brachten Tod und Zerstörung.

„Gott, steh mir bei!“
Einige Menschen filmten auf einem Parkdeck in der 350.000-Einwohner-Stadt Palu an der Westküste mit ihren Smartphones hinaus aufs Meer. Zu sehen ist, wie eine mächtige Welle aufs Land zurollt. Langsam zwar, aber mit großer Gewalt. In dem Augenblick, da sie auf die Küste trifft, ist es mit dem Gefühl der Sicherheit vorbei. Alles wackelt. Eine Frau ruft noch: „Gott, steh mir bei!“ Dann wird das Bild schwarz.

Auf anderen Handy-Videos ist zu sehen, wie die Wassermassen ganze Häuser sowie Autos und Motorräder mit sich reißen - und Menschen dazu. Auch eine Moschee und ein Einkaufszentrum sind schwer beschädigt. Schon zuvor beim zweiten Beben war eines der Wahrzeichen der Stadt eingestürzt, die gelbe Ponulele-Brücke, die erst seit 2006 in Betrieb war. Im Hafen von Palu kippten auch mehrere Kräne um.

Die Krankenhäuser berichteten recht schnell von Dutzenden Toten. Der Direktor der staatlichen Undata-Klinik, Komang Adi Sujendra, flehte: „Wir brauchen jede Hilfe, die wir bekommen können.“ Später gaben die Behörden dann an, dass alleine in Palu fast 500 Menschen ums Leben gekommen seien. Und ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde sagte: „Wir erwarten, dass die Opferzahlen noch stark steigen.“

Leichen am Strand
Außer Palu sind an der Westküste auch mehrere andere Gemeinden schwer in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere die Stadt Donggala weiter im Norden. Das Zentrum des Bebens war von dort nur 20 Kilometer entfernt. Tausende Unterkünfte sind zerstört, am Strand liegen Leichen im Schlamm und in den Trümmern.

Es wird wohl Tage dauern, bis man weiß, wie groß die Katastrophe tatsächlich ist. Ein Sprecher der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision, die als erste vor Ort war, erklärte, man bereite sich auf einen extrem schwierigen Einsatz vor: „Unter den Ruinen liegen noch viele Tote.“

Spendenaufruf der Caritas
Der Auslandshilfe-Chef von Caritas Österreich, Christoph Schweifer, bittet dringend um Spenden zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen vor Ort. „Momentan erheben wir mit der Caritas Indonesien noch das ganze Ausmaß der Katastrophe. Wir wissen von massiven Zerstörungen. Klar ist, die Menschen brauchen rasch Hilfe. Es ist zu befürchten, dass Hunderttausende betroffen sind“, sagte er am Samstag. Caritas Österreich ist ein langjähriger Kooperationspartner der Caritas Indonesien.

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