Do, 24. Jänner 2019

Allein Salzburg:

05.09.2018 19:00

Kein „Lufttaxi“: Polizei verrechnete fünf Einsätze

Bisher gab es die Bergrettungen der Flugpolizei zum Nulltarif, doch die Zeit des Gratis-„Lufttaxis“ ist vorbei: Seit Ende Mai werden Einsätze bei grober Fahrlässigkeit verrechnet, im Schnitt mit 2400 Euro. Auslöser dafür war mitunter ein Vorfall am Hohen Göll 2013. In Salzburg wurden bislang fünf Rechnungen ausgestellt.

Dieser Vorfall sorgte landesweit für Aufregung: Im Juni 2013 waren ein Niederländer und seine Begleiterin auf dem Weg zum Gipfel des Hohen Göll unterwegs. Am Kleinen Göll blieben sie aber hängen, trauten sich wegen des nassen und rutschigen Untergrunds nicht mehr selbst ins Tal abzusteigen. Also setzten sie einen Notruf ab, wenig später wurden sie vom Polizeihubschrauber auch schon abgeholt.

Doch wenige Tage später entdeckte ein Alpinpolizist einen verhängnisvollen Eintrag im Gipfelbuch: „H. und M. aus Holland waren am Gipfel. Zurück ’gehen’ wir mit dem Helikopter“. Die Behörden reagierten: Es wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen des ungerechtfertigten Absetzens eines Notrufs erstattet. Die Bergsteiger mussten den Einsatzflug bezahlen - was sie auch sofort taten.

Ein Anlassfall, der für ein Umdenken sorgte - und seit Ende Mai auch per Gesetz - konkret durch eine Novelle im Polizeisicherheitsgesetz -  geregelt ist: Wer im alpinen Gelände grob fahrlässig einen Hubschrauber-Einsatz der Polizei auslöst und unverletzt geborgen wird - bei Verletzungen fliegt immer der Rettungsheli -, kann zur Kasse gebeten werden!

Fünf Mal ist das bisher in Salzburg auch exekutiert worden! Am Hochthron in Werfenweng, am Breithorn-Südgrat in Saalfelden, am Untersberg-Kienbergsteig in Grödig, am Bärensteigkopf in Saalfelden und bei der Oberhofalm in Filzmoos. Viermal betraf es deutsche Wanderer, einmal welche aus Tschechien.

„Schlechte Ausrüstung, mangelnde Routenplanung oder falsche Selbsteinschätzung“, nennt Flugpolizei-Chef Werner Senn die Hauptgründe. Ein schwacher Trost: „Die meisten sind wenigstens auch versichert.“

Max Grill
Max Grill

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