Do, 17. Jänner 2019

Suche nach Endlager:

17.08.2018 14:00

Temelíns Atommüll rückt uns immer näher!

Tschechiens Suche nach einem Endlager für Atommüll rückt Oberösterreich wieder näher: „Nun ist auch ein Standort südlich vom Atomkraftwerk Temelín dazugekommen“, so Landesrat Rudi Anschober (Grüne), der deshalb am Donnerstag vor Ort in Temelín war. Eher unglücklich: Das Areal wird erst wegen großer Widerstände an anderen möglichen Standorten in Erwägung gezogen.

Jährlich fallen beim Betrieb der tschechischen Atomkraftwerke in Temelín und Dukovany 100 Tonnen abgebrannte Brennstäbe an, von den mehr als 600 Kubikmetern sind 5,5 Kubikmeter hoch radioaktiv. Das tschechische Entsorgungskonzept sieht eine langfristige Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente mit anschließender Verbringung in ein geologisches Tiefenlager vor. Neun Standorte sind dafür in der Auswahl, die noch heuer auf vier und bis 2025 auf zwei mögliche Standorte eingegrenzt werden soll.

Ein besonders alarmierender Standort
Anschober hält den Standort südlich von Temelín aufgrund seiner Nähe zu Oberösterreich für besonders alarmierend, die Luftlinie beträgt nur 57 Kilometer: „Wir werden alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um ihn zu verhindern. Dazu werden wir eine enge Zusammenarbeit mit der betroffenen Region und den dort lebenden Kritikern starten“, sagt der Politiker daher.

Durch Widerstand noch näheres Endlager verhindert
Bereits einmal ist es durch grenzüberschreitenden Widerstand gelungen, einen noch näheren Standort, nämlich in Boletice am Truppenübungsplatz unweit des Lipno-Stausees, zu verhindern. Allerdings ist der Standort Temelín-Süd auch erst aufgrund von lokalen Widerständen anderswo in die Standortliste erster Wahl aufgerückt. In Tschechien wird seit 1985 Atomstrom erzeugt, trotz fehlender Deponie.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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