Mo, 24. September 2018

Suche nach Endlager:

17.08.2018 14:00

Temelíns Atommüll rückt uns immer näher!

Tschechiens Suche nach einem Endlager für Atommüll rückt Oberösterreich wieder näher: „Nun ist auch ein Standort südlich vom Atomkraftwerk Temelín dazugekommen“, so Landesrat Rudi Anschober (Grüne), der deshalb am Donnerstag vor Ort in Temelín war. Eher unglücklich: Das Areal wird erst wegen großer Widerstände an anderen möglichen Standorten in Erwägung gezogen.

Jährlich fallen beim Betrieb der tschechischen Atomkraftwerke in Temelín und Dukovany 100 Tonnen abgebrannte Brennstäbe an, von den mehr als 600 Kubikmetern sind 5,5 Kubikmeter hoch radioaktiv. Das tschechische Entsorgungskonzept sieht eine langfristige Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente mit anschließender Verbringung in ein geologisches Tiefenlager vor. Neun Standorte sind dafür in der Auswahl, die noch heuer auf vier und bis 2025 auf zwei mögliche Standorte eingegrenzt werden soll.

Ein besonders alarmierender Standort
Anschober hält den Standort südlich von Temelín aufgrund seiner Nähe zu Oberösterreich für besonders alarmierend, die Luftlinie beträgt nur 57 Kilometer: „Wir werden alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um ihn zu verhindern. Dazu werden wir eine enge Zusammenarbeit mit der betroffenen Region und den dort lebenden Kritikern starten“, sagt der Politiker daher.

Durch Widerstand noch näheres Endlager verhindert
Bereits einmal ist es durch grenzüberschreitenden Widerstand gelungen, einen noch näheren Standort, nämlich in Boletice am Truppenübungsplatz unweit des Lipno-Stausees, zu verhindern. Allerdings ist der Standort Temelín-Süd auch erst aufgrund von lokalen Widerständen anderswo in die Standortliste erster Wahl aufgerückt. In Tschechien wird seit 1985 Atomstrom erzeugt, trotz fehlender Deponie.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.