Im Interview

Herzog: „Die Spieler sollen ihren Spaß haben!“

Andreas Herzog spricht im Krone-Intervier über den „Auftakt“ als israelischer Teamchef, seine Spielphilosophie und seine ersten Ziele. Und darüber, dass der mögliche Gegner Österreich bei der Qualifikation für EURO 2020 auch für ihn einen besonderen Reiz hätte. 

Krone:Der erste Auftritt abseits des Rasens ist absolviert, die Präsentation als neuer israelischer Teamchef erfolgt - zufrieden mit der medialen Premiere in Tel Aviv?
Herzog: Es war von allen Seiten eine sehr freundliche und faire Pressekonferenz. Ich habe gemerkt, dass die Journalisten, aber auch die Fans, viele Hoffnungen haben, dass es mit Israels Fußball wieder aufwärtsgeht. Nun gilt es, die Ärmel hochzukrempeln, damit wir die Erwartungen auch erfüllen können. Der Wille, das spüre ich, ist bei allen da!

Die Nationalmannschaft ist in der Weltrangliste nur die Nummer 93, war noch nie so schlecht platziert. Wie wollen Sie den sogenannten Turn-Around schaffen?
Es ist einerseits natürlich eine Herausforderung, das Team wieder nach oben zu führen, andererseits eine große Chance, einiges zu ändern. Ich will hier gemeinsam mit Sportdirektor Willi Ruttensteiner einiges bewegen, deswegen habe ich auch zugesagt. Die Aufgabe ist sehr reizvoll, es wartet viel Arbeit auf uns.

Jetzt geht es bald dorthin, wo Sie am liebsten stehen - auf den Rasen. Was werden da Ihre ersten Schritte mit der Mannschaft sein?
Anfang September ist der erste Lehrgang, ich werde viele Gespräche mit den Spielern führen, von Beginn an versuchen, meine Philosophie in die Mannschaft zu bringen. Die da wäre? Ich war als Spieler ein klassischer Zehner, der den attraktiven Offensiv-Fußball geliebt hat. So möchte ich gerne mit meiner Mannschaft spielen. Wissend, dass es am wichtigsten ist, die perfekte Balance zu finden. Da wird der Hebel anzusetzen sein.

Und was verlangen Sie da von Ihren Spielern, was wollen Sie sehen?
Ich will, dass jeder Spieler aktiv ist. Und ich will sehen, dass jeder Spieler auf dem Platz Spaß hat, seinen Job genießt. Der frühere Spielmacher Herzog will also eine spielfreudige Mannschaft sehen. Das ist das Ziel, da wollen wir hinkommen. Mit Salzburgs Munas Dabbur und Austrias Alon Turgeman kenne ich ja zwei Spieler aus der österreichischen Liga sehr gut, beide haben gezeigt, dass sie sehr gute Fußballer sind, es ist also etwas da, worauf man aufbauen kann.

Das große Ziel ist die EURO 2020, Ihr Vertrag läuft ja auch bis zum Ende dieser Qualifikation.
Davor wartet aber im Herbst noch die Nations League, wo wir gegen Albanien und Schottland spielen, da möchte ich schon erste Fortschritte sehen, wenn möglich die Gruppe gewinnen. Und danach warten wir ab, was die EURO-Auslosung bringt.

Ein möglicher Gegner wäre Österreich...
Das wäre dann eine dieser typischen Geschichten, die nur der Fußball schreiben kann. Österreich und Israel haben ohnehin eine lange Fußball-Tradition, schon öfters in Qualifikationen gegeneinander gespielt. Die Aufgabe wäre sicher reizvoll und interessant - für beide Seiten.

Peter Klöbl, Tel-Aviv, Kronen Zeitung

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