Sa, 18. August 2018

Die neue Salome:

31.07.2018 09:20

Einfach grandios: Jubel um junge Sopranistin

Hart, aber auch zerbrechlich, verführerisch und abscheulich: So spielt Asmik Grigorian (31), junge Sopranistin aus Litauen, die Salome. Mit grandioser Stimme, wie alle Kritiker im Gleichklang loben. Eine Weltsensation sei damit in Salzburg zu hören: Der Sängerin dürfte der Durchbruch nach ganz oben gelungen sein.

Wie sie da kauert auf der Opernbühne: Lange in Embryo-Stellung, dann wieder aufspringt und ein Feuerwerk der Gefühle erlebbar macht: Einmal packend dramatisch, dann von bezaubernder Feinheit. Ausgefüllt wird dies mit ihrer grandiosen Stimme. Herrliches Timbre, ausreichend Kondition im Finale, in keiner Phrase brüllend - das sind nur einige Auszüge aus den Lobeshymnen. Salzburgs Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser sprach gar von einer Weltsensation.

Nach der Premiere gönnt sich Asmik Grigorian ein paar Tage Pause. Ihre Familie aus Litauen ist zu Besuch. Die „Krone“ erreichte sie am Telefon: „Es war harte Arbeit. Die Sprache ist völlig anders als meine Muttersprache.“ Deutsch lernen? „Warum nicht, vielleicht eines Tages“, überlegt die sympathische Sopranistin in fließendem Englisch.
„Ich bin mir sicher, ich habe nicht nur 100, sondern 1000 Prozent gegeben“, meinte die gefeierte Salome auch direkt nach der Premiere, nach außen gelassen und entspannt wirkend. Was ihr Salzburg bedeutet? „Ich habe begonnen, diese Stadt zu lieben. Sie hat eine spezielle Aura“, meint sie und lacht: „Maybe it is Mozart.“ Bei ihrem Festspiel-Debüt im Vorjahr als Marie in Wozzeck (Berg) war das noch anders: „Da hat es sehr viel geregnet. Ich hatte ständig Kopfschmerzen.“
In diesem Festspiel-Jahr schlägt ihr eine Welle der Sympathie entgegen: „Ich fühle mich so sehr getragen vom Publikum, dass ich vergesse, wie hart es ist.“

Ihre Klangkraft und die außergewöhnliche Intensität sind Asmik Grigorian wohl in die Wiege gelegt: Der Vater ein Tenor aus Armenien, schon die Mutter litauische Sopranistin. Am Nationalen Kunstgymnasium in ihrer Heimat studierte sie zunächst Klavier und Chordirigat, schließlich an der Akademie für Musik und Theater Gesang. Die Titelrollen aus Tschaikowski zählen zu ihrem Repertoire: Von der Nastasja in „Die Zauberin“ bis zur Tatjana in „Eugen Onegin“. Mit „Madame Butterfly“ (Puccini) und „La Traviata“ (Verdi) hat sie eine enge Verbindung. Ihre Mutter sang daraus, als sie mit Asmik schwanger war.
Nach Salzburg ist sie mit ihren beiden Kindern (16 und 2) gekommen. Wo sie Energie tankt? „Bis jetzt war ich nur im Theater und zu Hause.“ Sie liebt aber die Sonne, Seen und generell die Wärme, „auch Sauna“.
Ihr Tipp für „Young Singers“? „Ich habe mich selbst nie als junge Sängerin identifiziert.“ Seit 14 Jahren steht sie schon auf Bühnen und war in 60 Opern zu erleben. Grigorian zufrieden: „Das Reisen ist mein Leben.“ Man lerne viel von Erfahrungen, die so bizarr sein können wie in der „Salome“.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann

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