So, 19. August 2018

23 Jahre danach

26.07.2018 07:46

Giftgasanschlag in Tokio: 6 Verurteilte exekutiert

Wegen ihrer Beteiligung an dem verheerenden Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio im Jahr 1995 hat Japan am Donnerstag sechs weitere Verurteilte hingerichtet. Somit sind alle Todesurteile gegen die Mitglieder der Sekte Aum Shinrikyo, die noch im Todestrakt saßen, vollstreckt worden. Sektenführer Shoko Asahara war bereits Anfang Juli gehängt worden.

Anfang Juli waren neben Asahara noch sechs weitere Mitglieder der Sekte gehängt worden. Es waren die größten zeitgleich stattfindenden Hinrichtungen in Japan seit mehr als 100 Jahren und zugleich die ersten Hinrichtungen im Zusammenhang mit der Nervengasattacke vor 23 Jahren, welche die Welt schockiert hatte. Wie unter anderem der Fernsehsender NHK am Donnerstag berichtetete, wurden nun auch die sechs verbliebenen Verurteilten gehängt.

13 Tote, mehr als 6000 Verletzte
Bei dem Anschlag am 20. März 1995 hatten die Attentäter der Aum-Sekte während des Berufsverkehrs das Nervengas Sarin in der Tokioter U-Bahn freigesetzt. 13 Menschen wurden getötet und mehr als 6000 weitere verletzt. Mit dem Anschlag auf die U-Bahn wollte die Sekte eine geplante Polizeirazzia gegen ihr Hauptquartier am Fuße des heiligen Berges Fuji verhindern.

Video: Sektenführer nach Sarin-Anschlag hingerichtet

Nach der weltweit ersten Terrorattacke mit Giftgas war Asahara am 16. Mai 1995 festgenommen worden. Am Ende eines in der japanischen Rechtsgeschichte beispiellosen Prozessmarathons verurteilte 2006 ein Gericht in Tokio den halb blinden Guru und zwölf seiner Anhänger wegen des Anschlags und weiterer Morde in insgesamt 27 Fällen zum Tode.

Täter saßen seit 2006 im Todestrakt
Asahara und die anderen Mitglieder von Aum Shinrikyo („Höchste Wahrheit“) saßen seitdem in der Todeszelle und warteten auf ihre Hinrichtung. Der 63-jährige Sektengründer mit dem bürgerlichen Namen Chizuo Matsumoto hatte während seines gesamten Prozesses entweder geschwiegen oder Unverständliches vor sich hingemurmelt.

Im Jänner wurde das letzte Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der Sekte abgeschlossen. Im März wurden dann sieben der 13 Todeskandidaten aus ihrer Haftanstalt in Tokio in andere Gefängnisse verlegt. Dies gilt in Japan als Anzeichen dafür, dass ihre Exekution durch den Strang näher rückt.

34 Hinrichtungen in Japan seit 2012
Die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt gehört zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten. Seit dem Amtsantritt von Regierungschef Shinzo Abe im Dezember 2012 sind damit nun nach inoffiziellen Berechnungen 34 Menschen hingerichtet worden.

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