Do, 16. August 2018

Anti-Migrationskurs

20.07.2018 21:00

EU stoppt Marine-Mission „Sophia“ im Mittelmeer

Weil sich Italien weigert, von EU-Militärschiffen gerettete Menschen aufzunehmen, ist die „Operation Sophia“ zur Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer vorerst eingestellt worden. Der Kommandant, der italienische Admiral Enrico Credendino, habe alle beteiligten Kriegsschiffe, darunter auch das deutsche Versorgungsschiff „Mosel“, zurück in die Häfen beordert.

Aktuell waren sechs EU-Militärschiffe auf dem Mittelmeer aktiv. Mit dem Befehl sei der Einsatz faktisch gestoppt, heißt es laut dem Magazin „Spiegel“ in Militärkreisen. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sagte, es solle nun im Rahmen der ohnehin geplanten strategischen Überprüfung des „Operation Sophia“ genannten Einsatzes nach einer Lösung gesucht werden. Diese war eigentlich für September geplant, soll nun aber beschleunigt werden. Das aktuelle Mandat der EU-Mission läuft noch bis Ende Dezember.

Mehr als 49.000 Menschen gerettet
Die „Operation Sophia“ war im Juni 2015 geschaffen worden und ist in den internationalen Gewässern vor Libyen im Einsatz. Ins Leben gerufen war sie worden, nachdem 700 Flüchtlinge bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste ums Leben kamen. Sie geht dort mit Schiffen und Flugzeugen gegen Schlepper vor, bildet Rekruten der libyschen Küstenwache aus und rettete in den vergangenen drei Jahren mehr als 49.000 Menschen aus Seenot.

Mission für Rom mehr Problem als Hilfe
In Rom wird der auch von Deutschland unterstützte EU-Einsatz bereits seit längerem mehr als Problem denn als Hilfe gesehen. Das liegt vor allem daran, dass sich die italienische Regierung 2015 damit einverstanden erklärt hatte, dass am Rande des Einsatzes gerettete Migranten in italienische Häfen gebracht werden. Damals war noch nicht absehbar gewesen, dass die eigentlich für den Kampf gegen Schleuserkriminalität losgeschickten EU-Schiffe Zehntausende Menschen an Bord nehmen würden.

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