Do, 16. August 2018

Urlaubsreise

12.07.2018 06:00

Dicke Luft im Auto

Mit der Fahrt in die Ferien wird auch das Wohlbefinden und die Sicherheit der Insassen gefährdet. Denn hohe Schadstoffbelastung durch den Verkehr stellt ein Risiko für  Konzentration und dadurch Fahrsicherheit dar.

Während der Urlaubszeit verbringen unzählige Österreicher viele Stunden im Auto, um an ihr Reiseziel zu gelangen. Schadstoffe des Verkehrs wie z. B. Feinstaub oder Stickstoffdioxid belasten auch das Wageninnere. Gerade beim Anfahren schnellen die Werte enorm in die Höhe und gelangen über das Gebläse oder offene Fenster in die Lungen der PKW-Insassen.

Aber auch das Fahrzeuginnere selbst kann zu einer hohen Schadstoffbelastung beitragen. Die Rede ist hier von Polybromierten Diphenyletheren (PBDE), die als Flammschutzmittel in Kunststoffen angewendet werden oder von Weichmachern in PVC-Materialien wie Phthalate (Phthalsäurediester). 

Die in Sitzbezügen, Lenkrad, Armaturen, Armlehnen und Kabelisolierungen vorkommenden Schadstoffe werden ebenfalls von den Fahrenden aufgenommen. Das geschieht durch Inhalation oder  Kontakt mit kontaminiertem Staub. Die Schadstoffe sind zum Teil auch für den charakteristischen Geruch von Neuwagen verantwortlich.

Appell an Autofahrerklubs

Es genügt nicht nur die Fahrsicherheit mit Gurten, Airbags oder aktuell das Rauchverbot zu berücksichtigen. Eine Unmenge an weiteren negativen Einflussfaktoren wie  Schimmel, Bakterien und deren Geruchsstoffe können das Autofahren zur Gesundheitsfalle machen. Sinneswahrnehmung, Aufmerksamkeit, Koordination und Kombinationsgabe - und damit die Verkehrssicherheit - gefährden Fahrer, Beifahrerfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Mag. Thomas Schlatte, Sprecher der unabhängigen Plattform MeineRaumluft.at. appelliert: „Die Autofahrerklubs sind aufgerufen, auch über Luftbedingungen und Lufthygiene im Auto intensiver und regelmäßiger zu informieren.“ 

Das Rauchverbot im Auto ist  nur als erster Schritt zu sehen. In der EU sind Schadstoffe für Innenausstattung kaum Thema, denn es bestehen keine verbindlichen Grenzwerte. Zwar gibt es Richtlinien für Innenräume, aber zu Warnhinweisen kann kein Hersteller verpflichtet werden. Man sollte sich deshalb bei den Automobilklubs informieren und sich selbst helfen - MeineRaumluft.at gibt dazu Tipps:

  • Sofern überhaupt möglich,  einen größeren Abstand zum Vorderfahrzeug einhalten. Bei Ampeln und im Stau die Lüftung kurz ausschalten. Luftfilter regelmäßig überprüfen und austauschen lassen.  Dadurch liegt die Belastung der Autoinnenluft weit unter jener der Außenluf.
  • Am besten senkt man die Schadstoffbelastung, indem man die Fenster schließt und die Lüftung abstellt oder für kurze Zeit auf Innenzirkulation dreht.
  •  Beim Parken eine Sonnenschutzblende auf der Innenseite der Frontscheibe platzieren. Die Hitze wird gesenkt, weniger Schadstoffe dünsten aus den Materialien in die Luft des KFZ. Um Reisehitze zu bewältigen, muss nicht nur die Temperatur im Wagen stimmen. Viel, aber nicht zu kaltes Wasser trinken, Pausen machen.
  • Nach längerem Rasten oder Parken in der Sonne zuerst lüften und mit dem Einschalten der Klimaanlage warten, bis sich die Armaturen etwas abgekühlt haben.
  • Ist die Lüftung ausgeschaltet, liegt die Belastung der Autoinnenluft an den Ampeln, im Stau weit unter jener der Außenluft.
  • Luftfilter-Leistung für den KFZ Innenraum überprüfen und regelmäßig austauschen sowie gelegentlich die Klimaanlage reinigen lassen, da mit der Zeit die Anlage zur Schleuder für Schimmelsporen, Bakterien und Viren werden kann.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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