Di, 14. August 2018

Nach Tod von Taucher

06.07.2018 11:15

Ex-US-Soldat: „Einige der Kinder werden sterben“

Zwölf viele Tage lang eingeschlossene Buben, die noch nie tauchen waren und von denen die meisten nicht einmal schwimmen können, sollen unterirdisch aus einem zu Teilen gefluteten Höhlenkomplex in Thailand gerettet werden - bis Freitagfrüh klang dieses Vorhaben gewagt, aber schaffbar, zumindest in der Theorie. Doch nun ist einer der Taucher, der Soldat bei einer thailändischen Spezialeinheit war, bei den Vorbereitungen für die Rettungsaktion ums Leben gekommen. Und ein Ex-US-Navy-Seal sagt: „Kinder werden dabei sterben.“

Es ist der erste tödliche Zwischenfall bei den bisher glimpflich verlaufenen Bemühungen um eine Bergung der Jugendfußballer und ihres Trainers in der nördlichen Provinz Chiang Rai. Der Ex-Soldat namens Saman Gunan (38) hatte versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren, und auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren - offenbar weil ihm selbst der Sauerstoff ausgegangen war. Sein Tauchpartner bei den thailändischen Navy Seals habe laut Medienberichten noch versucht, ihn mittels Herz-Lungen-Massage wiederzubeleben, doch ohne Erfolg. Im Krankenhaus konnte nur noch der Tod des 38-Jährigen festgestellt werden.

Sauerstoffbehälter und Tauchunterricht für die Eingeschlossenen
Taucher treffen derzeit die Vorbereitungen, um die seit 23. Juni kilometerweit im Inneren des Höhlenkomplexes festsitzenden zwölf Buben und ihren Trainer (25) wieder heil zu ihren Familien zurückbringen zu können. Aus diesem Grund werden entlang des Weges Sauerstoffbehälter installiert. Für ihre Rettung durch die Höhle nach draußen ist es nötig, dass die Kinder, von denen die meisten nicht einmal schwimmen können, auch tauchen. Darauf vorbereitet werden die Nachwuchsfußballer - so gut es geht - mit Unterricht.

An der gefährlichsten Stelle passt immer nur einer durch
Trainiert wird in der Höhle vor allem das Aufsetzen der Tauchmasken und das Atmen unter Wasser. Trotzdem wird es ein mehr als schwieriges Unterfangen, wie vor allem der Tod des Ex-Soldaten zeigt. Mehrere Kammern der Höhle stehen unter Wasser. Wohl zweimal muss getaucht werden - einmal etwas mehr als 500 Meter und einmal 15 Meter. Doch die kürzere ist die gefährlichere Stelle: Dort ist es sehr eng, Taucher mussten laut „Bild“ Bohrungen vornehmen, damit sie überhaupt durchpassen.

Zwar werden die Buben von Tauchern begleitet, doch an der heikelsten Stelle ist es zu eng für mehrere Personen nebeneinander - was bedeutet, dass die Fußballer dieses Stück allein zurücklegen müssen. Auch sei das Wasser schlammig, man sehe kaum die Hand vor Augen - eine riesige Herausforderung für die gerade einmal elf bis 16 Jahre alten Kinder, die ihnen und den Helfern alles abverlangen wird. Ein ehemaliger Ex-US-Navy-Seal hat keine großen Hoffnungen auf ein glückliches Ende der Aktion. Der „Daily Mail“ sagte er: „Einige Kinder werden bei dem Versuch, sie mit Ausrüstung hinauszubringen, sterben.“

Seitdem die Buben und ihr Trainer, der eine große Stütze für die Kinder sein soll und für sie sogar auf seinen Proviant verzichtete, in einer Kammer der weitläufigen Höhle entdeckt wurden, sind sie nicht mehr auf sich allein gestellt. Mehrere Taucher sind rund um die Uhr bei ihnen, auch ein Arzt kümmert sich um die Kinder, die unter „leichteren Gesundheitsproblemen“ litten. Die Eingeschlossenen sind mit Wasser, Nahrung und Medikamenten versorgt - und haben zumindest hin und wieder Licht. Wärmeschutzfolien schützen sie vor der Kälte. Doch sie wollen endlich heim.

Thailändische Armee: „Zeitfenster für Rettung begrenzt“
Eine weitere Herausforderung ist die Zeit - entgegen der Aussagen, dass man das Ende der Monsunzeit abwarten wolle, um die Kinder zu retten, muss es jetzt offenbar schneller gehen. Das Zeitfenster sei „begrenzt“, sagte der Kommandant der Militäreinheit Navy Seal, Apakorn Yookongkaew, am Freitag.

4,7 Kilometer lange Sauerstoffleitung wird installiert
Jetzt soll Sauerstoff in die Kammer geleitet werden, in der die Fußballmannschaft festsitzt. Der Sauerstoffgehalt liege dort aktuell bei rund 15 Prozent, so der General weiter - normalerweise beträgt er in der Luft rund 20 Prozent. Wie lange die Eingeschlossenen noch ohne zusätzlichen Sauerstoff in der Höhle ausharren können, ließ der Kommandant offen. Auch sagte er nicht, wie lange die Einrichtung der Leitung dauern soll. Diese muss 4,7 Kilometer lang sein, um vom Höhleneingang bis zur Kammer zu reichen.

 krone.at
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