Fr, 19. Oktober 2018

Streit mit ZeniMax

28.06.2018 14:09

Oculus-Kauf: Strafe auf 250 Mio. Dollar halbiert

Im Streit um die Entwicklungsgeschichte der VR-Brille Oculus hat ein US-Richter die der Spielefirma ZeniMax zugesprochene Zahlung auf 250 Millionen Dollar (215 Millionen Euro) halbiert. Davon profitieren vor allem die Oculus-Mitgründer Brendan Iribe und Palmer Luckey, die nach der ursprünglichen Entscheidung der Geschworenen jeweils 150 und 50 Millionen. Dollar zahlen sollten.

Oculus-Technologiechef John Carmack, als Designer von Spielen wie „Doom“ und „Quake“ in der Spielebranche eine Legende, hatte bei ZeniMax Media gearbeitet. Die Muttergesellschaft des Spiele-Publishers Bethesda behauptete, dass Oculus nur dank Carmack in der Lage gewesen sei, eine hochwertige VR-Brille zu entwickeln. Das erste Gerät von Oculus-Gründer Palmer Luckey (Bild unten) sei nur ein „primitives“ Headset gewesen. Carmack soll beim Wechsel von ZeniMax zu Oculus jedoch Tausende Dokumente mitgenommen haben.

Carmack entgegnete, dass ZeniMax ihm erlaubt habe, die Ergebnisse seiner Forschungen zu veröffentlichen, und er bei Oculus habe einsteigen dürfen, weil es keine Spielefirma in direkter Konkurrenz gewesen sei. Er habe zudem schon bei ZeniMax die Produktion einer VR-Brille vorgeschlagen, die Idee sei aber von Firmenchef Robert Altman abgelehnt worden. Die Geschworenen in Texas waren jedoch anderer Auffassung und sprachen Zenimax in der bereits 2014 eingereichten Klage im Februar vergangenen Jahres insgesamt 500 Millionen Dollar zu.

Vertragsbruch und Urheberrechtsverletzungen
Richter Ed Kinkeade bestätigte nun am Mittwoch den Betrag von 200 Millionen Dollar für Vertragsbruch und 50 Millionen Dollar für Copyright-Verletzung. Die zweite Hälfte war ZeniMax gewährt worden, weil die Oculus-Gründer in einem frühen Werbevideo auf der Finanzierungsplattform Kickstarter unerlaubt Logos der Firma verwendet hatten. Der Richter entschied jedoch, dass die Kläger keinen dadurch entstandenen wirtschaftlichen Schaden nachweisen konnten und setzte sich über die Geschworenen-Entscheidung hinweg.

Facebook hatte den Branchenpionier Occulus im Frühjahr 2014 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft. Die VR-Brille Oculus Rift kam nach jahrelanger Entwicklung und massiven Investitionen schließlich im Frühjahr 2016 in den Handel.

 krone.at
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