Mi, 18. Juli 2018

Ausstellung in Graz:

15.06.2018 08:30

Branko Lenarts Handarbeit

Dass er dieser Tage seinen 70. Geburtstag feiert, sieht und merkt man Branko Lenart nicht an. Mit großem Elan spricht er über seine Arbeiten, zu denen neben sozial-dokumentarischen Fotografien auch die konzeptuelle Serie „Hand:Work“ gehört. 43 dieser Schwarz-Weiß-Bilder sind in einer Ausstellung von 15. Juni bis 31. August im Grazer Museum der Wahrnehmung zu sehen.

Mit Bildbearbeitungsprogrammen ließen sich Aufnahmen wie aus Lenarts Serie „Hand:Work“ heute leicht und schnell herstellen. Damit hat der am 15. Juni 1948 im slowenischen Ptuj geborene Fotokünstler aber rein gar nichts am Hut. Seine Fotos sind analoge, schwarz-weiße Silbergelatineabzüge - was nicht nur mit großem auch planerischem Aufwand verbunden ist, sondern  den besonderen Reiz dieser Fotografien ausmacht. „Begonnen habe ich damit 1975 auf der griechischen Halbinsel Pilion“ erzählt er. Damals probierte er ein neues Weitwinkelobjektiv aus, und da es außer dem Meer wenig Motive gab, fotografierte er seine Hände mit dem Drahtauslöser - ein beinahe ikonisches Motiv.

Daraus hat sich über die Jahre eine Serie entwickelt, in der die Hände des Fotografen Objekte ins Bild halten und die Füße Kunststücke vollziehen. Auf diese Weise wurde Lenart nicht nur zum Urheber der Aufnahmen, sondern auch zum Motiv; zudem erweiterte er so den Bildraum.

„Mir ging es um die Wahrnehmung“
2002 folgte der nächste Schritt: „Mir ging es um die Wahrnehmung, um optische Phänomene und Zitate“, erklärt der Künstler. Die Hände erzeugten nun einen anderen Kontext für die Fotos, historische Bezüge - wie etwa ein Bild mit der im 19. Jahrhundert beliebten Heliogravure-Technik - spielten von da an eine wichtige Rolle. Das alles lässt sich in der Ausstellung „Hand:Work“ im MUWA wunderbar nachvollziehen. Und mehr noch in einem prachtvollen Bildband mit 107 Abbildungen, der in der edition keiper erschienen ist. Alle Infos finden Sie hier

Michaela Reichart
Michaela Reichart

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