Mi, 22. August 2018

Der Skandal-Brief

13.06.2018 08:12

Erdogan: „Tausende Religionsgelehrte entsandt“

Die Aufregung um an Wiener Schulen geschickte Wahlkampfbriefe der türkischen AKP geht weiter. Besonders ein Absatz erregt die Gemüter. So schreibt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: „Damit unsere Kinder ihre Muttersprache, ihre Religion und ihre Kultur lernen, haben wir Tausende Lehrkräfte und Religionsgelehrte ins Ausland entsandt.“ Der Wiener FPÖ-Landespartei- und Parlamentsklubobmann Johann Gudenus spricht von einem „unfassbaren Skandal“, Stadt Wien und Stadtschulrat untersagten sofort nach Bekanntwerden die Weitergabe der Briefe an die Schüler und Schülerinnen.

Als Absender der von Erdogan unterzeichneten Wahlsendungen scheint laut Stadtschulrat die „AK Parti Genel Merkezi, Sögütözü Cad. No: 6 ANKARA“ auf. Der Stadtschulrat hat in einer ersten Reaktion eine Weisung erlassen, wonach die Briefe von den Schulen keinesfalls verteilt und sofort an die Bildungsbehörde gemeldet werden sollen. Darüber hinaus hat der Stadtschulrat die Briefe auch dem Bildungs- und Außenministerium gemeldet.

„Völlig inakzeptabel“
Aus der Politik gibt es heftige Kritik an der türkischen Wahlwerbung in Wien. „Solche Briefe an SchülerInnen - überdies adressiert an eine Schuladresse - sind völlig inakzeptabel. Unsere Wiener Schulen sind kein Ort für einen türkischen Wahlkampf“, erklärten Wiens Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer (beide SPÖ) am Dienstag in einer Aussendung.

„Unfassbarer Skandal“
Von einem „unfassbaren Skandal“ sprach der Wiener FPÖ-Landesparteiobmann und Parlamentsklubobmann Johann Gudenus. Nicht nur, dass der Arm des türkischen Präsidenten offenbar bis in die Wiener Wohn- und Klassenzimmer reiche, halte Erdogan Österreich und vor allem Wien wohl für eine Provinz der Türkei, so Gudenus. Die FPÖ will die Erdogan-Briefe und den AKP-Einfluss an Wiener Schulen im nächsten Wiener Gemeinderat zum Thema machen.

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