So, 19. August 2018

Abo statt Kauf

10.06.2018 12:17

EA will Videospiele vertreiben wie Netflix Filme

Neben neuen Szenen aus mit Spannung erwarteten neuen Games wie „Battlefield V“ oder „FIFA 19“ hat der Spielepublisher Electronic Arts (EA) am Samstagabend bei seiner E3-Pressekonferenz in Los Angeles auch einen Ausblick auf die Spielevermarktung der Zukunft gegeben. Und die scheint sich vom Kauf einzelner Games und dem Besitzen von Spielen überhaupt zu verabschieden, stattdessen sind aus Perspektive von EA Streaming und Abo-Gebühren Trumpf.

So hat EA auf der E3 einen Abo-Service namens Origin Access Premier enthüllt, mit dem die Spieler gegen eine Monatsgebühr sofort bei Veröffentlichung Zugriff auf alle neuen Electronic-Arts-Titel sowie eine Bibliothek älterer Games - hier gibt es bereits ein ähnliches Abo-Modell - erhalten sollen. Das Abo, das zum Spielen aller EA-Titel berechtigt, soll 15 US-Dollar im Monat oder 100 US-Dollar im Jahr kosten.

Wie der Dienst bei den Spielern ankommt, wird sich zeigen, wenn er im Sommer an den Start geht. Mit 15 Dollar pro Monat liegt man preislich etwas über dem, was bei Musik- und Video-Streamingdiensten wie Netflix oder Spotify üblich ist. Das Angebot dürfte derweil nicht allzu umfassend sein, hat EA doch „nur“ die Rechte an hauseigenen Spielen und kann demnach auch in erster Linie nur diese im Abo anbieten. Wer Games anderer Publisher spielen will, müsste also trotzdem weiter deren Spiele kaufen oder - wenn diese auch mit Abonnements starten - auch bei denen ein Abo abschließen.

EA sieht die Zukunft im Streaming
Während Games im Zuge des geplanten Abo-Dienstes immer noch auf PC oder Konsole installiert und lokal ausgeführt werden, will EA mittelfristig weg von der lokalen Berechnung von Spielen und sie stattdessen in Rechenzentren in der Cloud berechnen. Die Games sollen dann, so hofft man bei EA, in feinster Qualität über die Internetleitung auf PCs, TVs, Smartphones oder andere Empfängergeräte gestreamt werden. Damit verfolgt EA eine Strategie, die kürzlich auch Ubisoft-Chef Yves Guillemot als besonders zukunftsträchtig anpries.

Allerdings: Einen fertigen Spiele-Streamingdienst können beide Publisher noch nicht vorweisen, bisher haben hier Sony und Nvidia die Nase vorn. Aber auch sie erreichen mit ihren Streamingdiensten noch keine allzu großen Spielerzahlen. Zumindest zum Teil könnte das auch an den verfügbaren Internetverbindungen liegen. Spiele-Streaming braucht eine flotte und vor allem extrem latenzarme Internetleitung, damit das Erlebnis für den Spieler am Ende befriedigend ist. Vor allem Shooter, Rennspiele und andere rasante Kost leidet enorm unter einer zu hohen Übertragungslatenz - auch im Heimnetzwerk, wo man Games bereits via Steam auf andere Geräte streamen kann.

Die komplette EA-Show auf der E3 zur Nachschau:

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