Die Familie des mit Herzstillstand kollabierten Ajax-Amsterdam-Profis Abdelhak Nouri (21) hat im Streit mit dem Verein um dessen mögliche Verantwortung das Schiedsgericht des niederländischen Fußballverbandes (KNVB) angerufen. Dies teilten die Anwälte der Familie am Montag in Amsterdam mit.
Nouri war am 8. Juli des Vorjahres im Zillertal bei einem Testspiel gegen Werder Bremen zusammengebrochen. Nach Angaben österreichischer Ärzte erlitt er dauerhafte Hirnschäden, weil sein Gehirn nach dem Zusammenbruch längere Zeit nicht mit Sauerstoff versorgt worden war.
Schiedsgericht prüft
Das Schiedsgericht des KNVB soll nun prüfen, ob der Verdacht der Familie, dass Nouri vom Klubarzt falsch behandelt wurde, zutreffend ist und Ajax Amsterdam für Versäumnisse haftbar gemacht werden könne. „Abdelhak hat nach dem Zusammenbruch auf dem Spielfeld in Österreich nicht die angemessene Behandlung bekommen“, hieß es in einer Mitteilung der Anwälte.
Niederländischen Medienberichten zufolge seien schon 2014 bei einer sportmedizinischen Untersuchung im Auftrag des KNVB Anzeichen für mögliche Herzprobleme gefunden worden. Die Angehörigen erklärten, sie seien überzeugt, dass Nouri davon nichts erfahren habe.
Ein KNVB-Sprecher hatte dazu lediglich erklärt, dass „normalerweise“ Spieler und Vereine über solche Untersuchungsergebnisse aufgeklärt würden. Der Zusammenbruch hätte „sehr wahrscheinlich vermieden werden können, wenn man korrekt und angemessen gehandelt hätte“, hieß es weiter in der Mitteilung der Anwälte. Es gehe bei der Einschaltung des Schiedsgerichts nicht nur um Abdelhak Nouri: „Die gesamte Fußballszene - und besonders die Spieler von Ajax - würde von einer eindeutigen Entscheidung hinsichtlich dieser Frage profitieren.“
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