Mi, 17. Oktober 2018

Gutscheine, Geschenke

07.05.2018 16:58

Korruptionsprozess gegen Wiener Spitälerdirektion

„Die einen gaben Gutscheine für Aufträge. Die anderen nahmen Gutscheine, um sich zu bereichern. Und bezahlt haben wir alle sie, die Gutscheine.“ Sagt die Staatsanwältin. Denn 24 von den 28 Angeklagten im Großen Schwurgerichtssaal in Wien sind bei der MA 34 und dem Krankenanstaltenverbund KAV beschäftigt.

Die Magistratsabteilung sorgt für Schulen, Kindergärten und öffentliche Gebäude, der KAV für Spitäler. Und viele Beamte offenbar für sich selbst - wenn auch nur „mit Kleinigkeiten“. Ein Toaster hier, ein Tablet da, eine Tankfüllung dort, eine Kapsel-Kaffeemaschine als kleine Aufmerksamkeit? Kein Problem - die Gutscheine brachte das „Christkind“, das sich, um sich alles zu merken, fein säuberlich die Beamtenwünsche in einem roten Aktenordner notierte.

Blöd nur, dass dieser bei einer Hausdurchsuchung in der Baufirma gefunden wurde. Jener Baufirma, die viele Aufträge von der Gemeinde Wien bekam. Und die man - so der Firmenchef - „wissen hat lassen“, dass dies nur so bleibe, wenn ein bisschen mehr als der „weihnachtsübliche“ Lachs oder Wein präsentiert werde.

„Gutscheine bekamen die Auftraggeber, diejenigen, die Regieleistungen zu vergeben hatten, und jene, die die Arbeiten abnahmen“, so die Staatsanwältin. Teils wurden die Beamten bereits versetzt und erlitten Gehaltseinbußen.

Richter Christian Böhm hat acht Verhandlungstage im Mai angesetzt. Angesichts des eher geringen Gesamtschadens winken auch Diversionen.

Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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