Mi, 22. August 2018

Sorge um Notquartiere

21.04.2018 11:10

ÖBB führen Nachtsperre für Wiener Hauptbahnhof ein

Wenn der Hauptbahnhof leer ist, ist die Instandhaltung einfacher. Daher wird er ab 2. Mai in den Nachtstunden gesperrt. Die ÖBB verteidigen die Maßnahme, die Caritas hofft, dass es auch im Sommer genügend Schlafplätze für Bedürftige geben wird.

Täglich sind es 40.000 Menschen, die den Wiener Hauptbahnhof passieren, darunter auch viele Obdachlose und Asylwerber. Der Mega-Bahnhof ist auch ein riesiges Einkaufszentrum mit 90 Shops und Lokalen. Nun ist es fix: ab 2. Mai schließt der Hauptbahnhof in der Nacht seine Pforten. Von 1.30 Uhr bis 4 Uhr früh wollen die ÖBB allfällige Reparaturarbeiten durchführen und den Bahnhof reinigen.

„Menschen in Not kommen unter“
Um das Startdatum ordentlich zu kommunizieren, haben die ÖBB gemeinsam mit der Polizei Infomaterial in verschiedenen Sprachen drucken lassen. Die Flyer, die in Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch und Rumänisch gedruckt sind, werden in den kommenden Wochen verteilt. Den Vorwurf, der Bahnhof versuche dadurch, Obdachlose und Bedürftige zu vertreiben, bestreitet Roman Hahslinger, Pressesprecher der ÖBB, vehement: „Vom Beginn der Maßnahme an haben wir gemeinsam mit sozialen Organisationen gearbeitet. Auch die informierenden Anzeigen sind abgesprochen. Darüber hinaus haben Menschen in Not jederzeit die Möglichkeit, unterzukommen.“

Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner dazu: „Wir haben die letzten Wochen bereits genutzt, um die Klienten von der bevorstehenden nächtlichen Schließung zu informieren. Entscheidend wird aus unserer Sicht sein, ob es genügend Notquartiersplätze, die die Betroffenen aufsuchen können, auch in den Sommermonaten gibt.“

Die Sperre tritt laut ÖBB trotzdem in Kraft, sei aber nicht in Stein gemeißelt. „Falls extreme Temperaturen eintreten, zum Beispiel im Winter, können wir die Sperre jederzeit wieder aufheben“, so Sprecher Hahslinger.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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